Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellschaft

Verantwortung im Spiegelbild der Realitäten.

Moderator: Klaus

Klaus-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Klaus-alt » So 12. Dez 2010, 10:25

Geschrieben: 20.01.2010 21:39
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Hallo Serafin

Hier trifft die passende Aussage zu: "Zwei Doofe - ein Gedanke" (bitte nicht übel nehmen)

Doch wirklich. Ich entdecke so viele Übereinstimmungen in Deinem langen Beitrag, dass es müßig wäre diese hier zu wiederholen.

Im Grunde ist alles recht leicht zu erklären.
Und genau dass macht mich so wütend, weil diese Banalität durchaus auch von staats- und kirchenverantwortlichen Kräften erkannt und um des eigenen Vorteils Willen gegen die Interessen aller gelittenen ex-Heimkinder missbraucht wird.
Aber lass mal, darauf und mehr werde ich in meinem zweiten Teil noch ausführlich zu sprechen kommen.
Naja und das ein derart wichtiger Einsatz auch ein "gewisses" Maß an persönlicher Opfer beinhaltet, dürfte eigentlich jedem interessierten Menschen klar sein.
Nicht zuletzt, weil wir in unserem Leben immer wieder in Situationen kommen werden, die persönliche Zurückhaltung und neue Kompromissbereitschaften erforderlich machen.
Andernfalls da gebe ich Dir Recht, laufen wir wirklich Gefahr uns irgendwann schachmatt zu laufen.

Was ich nun gar nicht verstanden habe ist, was Du hiermit ausdrücken wolltest.

Kam nicht von Dir schon der Zweifel, dass die verfasste Petition vor dem Ausschuss nicht standhalten könne?
Es geht immer um Halbheiten, von beiden Seiten! Wo liegt nun Dein Denkansatz?
Gerne würde ich die Sache anders sehen, leider steht dem einiges im Weg. Ich bitte um Aufklärung, diesbezüglich.


Wenn es Dir die Sache Wert ist und nicht zuviel Mühe beansprucht, würde ich mich über einige kurzen Erläuterungen freuen, was Du damit ausdrücken wolltest.

Und ja, vergiss mal die Episode mit der damals angedachten Vereinsgründung. Letztendlich bin ich für das Nichtzustandekommen verantwortlich, weil ich nicht bereit war eine Gemeinschaft mitzutragen, die noch eh sie richtig zusammengefunden hatte, damit begann sich untereinander auszugrenzen.
Damit hattest Du schon lange nichts mehr zu tun.
Zumal, nicht vergessen werden soll, dass wir gut ein halbes Jahr im voraus unsere Vereinsgründungsabsichten deklarierten und dennoch keine tragfähige Resonanz erhielten.
Also wirklich kein Grund um Dir heute noch Vorwürfe zu machen.
Umso positiver empfinde ich heute, dass wir wieder zu einem freundschaftlichen Dialog zurückgefunden haben.
Das hat doch auch was, oder? :icon_gruss

LG Klaus

Serafin-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Serafin-alt » So 12. Dez 2010, 10:26

Geschrieben: 20.01.2010 22:33
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Hey, Du bist noch gut drauf!!! wie sollte ich es Dir übel nehmen, nur weil ich vielleicht einen Gedanken von Dir teile?
Das Stichwort nennt sich Rethorik und lässt sich auf jeder Ebene anwenden. Man muß seinen Gegner erkennen und kann ihn in den eigenen Bahnen lenken!!!
Schlag mich tot, aber vor einigen Tagen kam ein Beitrag von Dir hinein, der mir als sehr bedenklich erschien, zumal es um die verbale Umsetzung am runden Tisch ging. Wenn es sich um dieselbe Aktion der ehemaligen Heimkinder handelt, war es schon im Ansatz zum scheitern verurteilt.
Wenn ich jetzt nur noch genau wüßte , wo!!!?Muß ich suchen!
Bin eben doch schon ein altes Mädel :icon_gruss .
Bitte tue es Dir nicht wieder an gegen die Windmühlen zu rennen, die Zeit ist noch nicht reif dazu. Es geht allen immer noch erträglich gut und der Platzhirsch wird im Nachhinein immer noch ausgebuht.-Sollen sie sich bitte schön alleine vor dem Bundestag lächerlich machen, ohne Konzept und Struktur.
Die Gelegenheit für nachhaltige Verbesserungen sind fast gänzlich ausgeschöpft. Dann sollen sie auch bis zum bitteren Ende gehen und alles vergeigen! Im Vorfeld wurde halt nicht überlegt, wie man sinnvoll handelt!

Von den alten Sorgen des Vereins, brauchst Du Dir weniger den Schuh anpassen. Denn die Kräfte im vermeintlichen Rücken waren auch die Saboteure. Dennoch teile ich mit Dir die Freude, daß wenigstens Wir heute in der Lage sind , offen und ehlich miteinander in ein Gespräch zu gehen. Von dem ach so wichtigen Rest ist ja nichts mehr übrig!
Ich wünsche mir, das dies auch so bleibt und wir langfristig ein gutes Resultat für alle Beteiligten, dabei erlangen.

LG
Serafin

Keesi67-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Keesi67-alt » So 12. Dez 2010, 10:27

Geschrieben: 21.01.2010 13:22
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Hallo Klaus,

Streicheleinheiten braucht und will doch jeder Mensch haben, mich nicht ausgenommen. Wie kalt und herzlos würde die Welt noch werden wenn es nicht auch noch ein paar Gefühlsdusslige geben würde. Also freu dich über das Danke und lass die anderen reden. Es war mir ein Bedürfnis für deine Ausführlichen Artikel "Danke" zu sagen, denn ich muss gestehen bevor ich in dieses Forum kam hatte oder hab ich mich nicht sonderlich mit diesem Thema befasst geschweige davon schon mal was gehört. Ich finde du wirst schon recht haben mit deinem Begrüssungsworten ich war wiedermal depremiert und wollte nur nach Gleichgesinnten suchen den es vieleicht auch so geht wie mir die eben über 40. sind und nun nach ihrem Ich suchen was sie in Ihrer Kindheit verloren haben. Obwohl es mir gut geht habe ich doch öfters in letzter Zeit das Bedürfnis zu Wissen warum ich so bin wie ich bin, mit all meinen Macken die ich so vor mir herschleppe. Aber ich glaube das ist eigentlich nicht gerade das Thema hier, entschuldige bitte.
Ich finde die Idee mit dem Unterricht "Vorbereitung auf das Leben",(etwas vereinfacht ausgedrückt) gut, nur steht das leider nicht im Unterrichtplan der von hüheren Institutionen aufgestellt wird.
Wenn ich zurück denke, habe ich mit 18 meine Wohnung bekommen es war nur noch ein Besuch vom Jugendamt und dann war ich gestrichen von der Liste der Heimkinder,keiner schaute mehr nach mir ob ich das Leben schaffe, wie es bei mir zu Hause aussieht geht es meinem Kind gut er war damals gerade 1 Monat alt, reicht das Geld den ganzen Monat...... Man wird einfach ins Leben allein entlassen und jetz sieh zu wie du kommst. Es muss erst große Probleme auftreten damit die Gesellschaft wieder Aufmerksam wird, aber meist ist bis dahin alles schon zu spät.

Bleib am Ball bitte!, für die, die noch kommen, eine bessere Perspektive zu haben. Ich finde wir rennen doch viel zu schnell vor unseren Problemen davon nur weil wir nicht in der Lage mehr sind zu reden.
Ich höre jetzt lieber auf, ich hoffe du kannst mit meinen Gedankensprüngen umgehen.

Liebe Grüße von Keesi

Klaus-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Klaus-alt » So 12. Dez 2010, 10:27

Geschrieben: 21.01.2010 22:30
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Hi Keesi
Deine Gedankengänge glaube ich ganz gut nachvollziehen zu können.
Weiss ich doch wie schwer es vielen von uns aus Angst, Angriffsflächen für neue Verletzungen zu bieten, immer noch fällt, offen über Gefühle der Trauer ihrer verlorenen Kindheiten, Entbehrungen und inneren Verhärtungen zu sprechen/schreiben.
Deshalb bin ich für alle Beiträge dankbar, die erkennen lassen, wie schwierig die Zeit im Heim und danach gewesen ist. Insbesondere wenn ich sehe, wie sehr selbst Du noch zu einer Zeit auf Dich allein gestellt wurdest, von der ich annahm, dass sich eine grundlegende Verbesserung in der Heimbetreuung vollzogen hätte.
Umso mehr erahne ich, wie schwer Dein Weg als junge Mutter in die ersehnte Freiheit ausgefallen ist.
Insofern hat wohl auch Dein Sohn allen Grund Stolz auf Dich zu sein, wenn es Dir trotz mangelnden Rückhalts und verbliebenen „Macken“ gelungen ist, ihm eine liebevolle und verantwortungsbewusste Mutter zu sein, um ihm den Start in ein freiheitliches und selbstbewusstes Leben zu ermöglichen.
Nur leider haben selbst heute längst nicht alle Kinder das Glück mit solchen Eltern/Teilen gesegnet zu sein und müssen trotz aller Vorbeugungsbeteuerungen mühsam aus den vielen Brunnen geborgen werden, in die wir sie zuvor gesamtgesellschaftlich mit sehenden Augen hineinfallen ließen.
Daher freue ich mich, dass auch Du meine Absichten teilst, unbedingt mehr zum Schutz künftiger Kinder leisten zu müssen.
Was wäre ich nur froh, wenn diese Einsicht auch in verantwortlichen Kreisen gleichermaßen erkannt würde. Ist doch eigentlich gar nicht so schwer zu begreifen.
Oder sollte es etwa sein, dass solchen Absichten unerwünscht sind, um den Kirchen mit der Verwaltung an Elend und Leid weiter gefüllte Kassen und öffentlichen Einfluss sicherzustellen?
Ich halte diesen Verdacht inzwischen längst nicht mehr für abwegig.

Ach was könnten wir die Welt verändern, wenn es "nur" gelingen würde zu einer gemeinsamen Sprache zu finden.

Ich habe mir vorhin nochmal einige Beiträge zum Thema VeH (Verein ehemaliger Heimkinder) betrachtet und kam kaum aus dem Staunen raus, was da alles an sinnvollen Vorschlägen zusammengetragen wurde.
Und dennoch, hat alles Einvernehmen zu keiner positiven Veränderung beigetragen.
Da muss man sich doch allen Ernstes fragen, warum sich auch hier derart erkennbar positive Absichten nicht durchzusetzen vermögen?
Schade.
Soll Dich hier jetzt auch bitte nicht belasten.
Ist mehr ein rethorische Frage, auf die ich einfach keine vernünftige Antwort finde.
LG Klaus

Klaus-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Klaus-alt » So 12. Dez 2010, 10:29

Geschrieben: 22.01.2010 06:51
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Aufgrund neu hinzugewonnener Erkenntnisse http://de.sevenload.com/sendungen/Top-T ... -19-1-2010
habe ich meinen ersten Beitrag im letzten Viertel noch einmal modifiziert.
Wenn es stimmt, was die Vorsitzende des VeH dort im Interview vorträgt, dann wäre dies ein Skandal erster Güte und damit ein unumstößlicher Beweis für die Annahme, dass Kirche und Staat in einvernehmlicher Komplizenschaft die Interessen aller Heimkinder zu hintergehen versuchen.
MfG. Klaus

Keesi67-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Keesi67-alt » So 12. Dez 2010, 10:30

Geschrieben: 22.01.2010 23:01
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Guten Abend Klaus,
habe mir gerade das Interview mit Frau Tschapeck vom VeH angeschaut.
Muss Frau T. leider Recht geben den Runden Tisch können sie beenden da dieser auf keiner gerechten Grundlage mehr verläuft. Aber das Angebot von dem Herrn der das Interview geführt hat war doch ein positiver Punkt der die Probleme des VeH ins Fersehen und in die Zeitung bringen möchte. Wäre das nicht auch ein Ansprechpartner für deine Recherchen/ Ausarbeitungen?
Zumindestens kam mir gerade dieser Gedanke, vieleicht auch etwas naiv von mir ich hab nicht mal seinen Namen mitbekommen.
Finde es trotzdem eine Überlegung wert :icon_freu

Aber kleiner Themawechsel, die Heimbetreuung fand ich nicht falsch zu meiner Zeit, eher die Nachbetreung fehlte und die konnte ja nur vom Jugendamt gestellt werden. Wenn es sowas damals bei uns überhaubt gab.
War sowieso schon bei mir eigenartig das ich nach der zehnten Klasse in ein Lehrlingswohnheim kam in Dresden und nicht in ein Mädchenwohnheim wo die anderen alle hingekommen sind für die Lehrausbildung. Dort hätte ich nicht jedem erklären müssen warum ich als Dresdnerin in einem Lehrlingswohnheim lebe. Aber das ist eine Frage die ich bei meiner Akteneinsicht stellen werde. Muss nur noch die Fragen aufs Papier bringen, was mir aber noch Kopfzerbrechen macht da ich
manche Fragen schlecht formulieren/aufschreiben kann.

Aber ich muss sagen das erste halbe Jahr was ich mit meinem Sohn allein in meiner ersten Wohnung verbracht habe war das schönste was es gab! Danach hab ich meine Lehre weiter machen müssen und Sebastian ging in eine Tagesgrippe ,war auch schön, aber stressig denn ein Abschluss musste her.

Naja Klaus halt weiterhin die Ohren steif und bleib am Ball, ich denke wir hören noch von einander bis dahin grüßt Keesi.

Klaus-alt
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Re: Runde Tische ohne Nutzen für ex-Heimkinder oder Gesellsc

Beitragvon Klaus-alt » So 12. Dez 2010, 10:31

Geschrieben: 28.01.2010 19:32
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Wäre das nicht auch ein Ansprechpartner für deine Recherchen/ Ausarbeitungen?


Klar wäre er es. Hab ihn (Peter Henselder) auch eigens zu diesem Zweck angerufen und darum gebeten, den Punkt der Konsequenzen in der einen oder anderen Sendung mit einfließen zu lassen.
Nun ob er diese Gedanken berücksicht, wird die Zukunft zeigen.
Indes zeigen nahezu alle bisherigen Erfahrungen, dass betroffene ex-Heimkinder in erster Linie sich und ihr Entschädigungsbegehren im Blick haben und selten die Chancen erkennen, was wir gesamtgesellschaftlich bewegen könnten.
Entsprechend erübrigen sich weitere Gedanken an aktiver Unterstützung, meiner Präventionsabsichten.

Gerade diesen Umstand empfinde ich als ein Fortsetzung aller Leidenstragödien, die sich ja nach wie vor bis zum heutigen Tag unsichtbar und still hinter verschlossenen Wohungstüren zutragen.
Manchmal einfach nur zum verzweifeln.

Aber Du hast schon Recht, dass Ganze ist mir inzwischen zu einer tiefen Herzensangelegenheit geworden.
Ich bleibe in jeden Fall dran! :icon_gruss
MfG. Klaus


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