Heuchelei in Medien und Politik zum Thema Kindermisshand.

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Klaus-alt
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Heuchelei in Medien und Politik zum Thema Kindermisshand.

Beitragvon Klaus-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:16

Geschrieben: 21.12.2007 17:40
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Ein Interview vom 21.12. 2007
Je grauenhafter das Ereignis, desto besser für die Medien

Endlich mal einer der mir zum Thema Kindesmisshandlungen; Vernachlässigung und Missbrauch genau aus der Seele spricht. Indem der Medienexperte und Monitormitarbeiter Herr Prof. Kim Otto in einem Interview die Heuchelei der Medien aufgreift, die zwar mit reißerischen Artikeln über Kindesmissbräuche die Sensationsgier der Bürger befriedigen und damit ihren finanziellen Schnitt machen. Darüber hinaus aber jeden Elan vermissen lassen, um über die wahren Ursachen nachzudenken, noch dazu bereit sind von sozial und politisch Verantwortlichen konsequente Auswege einzufordern.
Darunter fällt für mich auch ganz klar der Spiegelredakteuer Peter Wensirski, mit seinem aufreißerischen Buch über die Heimkindergeschichte „Schläge im Namen des Herrn“
Hier wird nun die Heuchelei an einem eklatanten Beispiel in einem Gesprächsversuch mit Familienministerin Ursula von der Leyen besonders deutlich.

Hier heißt es:
Familienministerin Ursula von der Leyen durfte in der ARD vollmundig sagen, man müsse präventiv Familienpolitik betreiben.
Gegenüber junge Welt, die sie im Interview mit dem Fall einer aufgrund der Hartz-IV-Gesetzgebung verarmten Familie konfrontieren wollte, erklärte sie, daß sie nicht zuständig sei. Die Kinder der Familie lebten noch und seinen trotz allem wohlbehütet.

Der Stiefvater war allerdings der Verzweiflung nahe, weil er seine Familie trotz einer Vollzeitstelle nicht ernähren kann.

So eine Antwort ist an Zynismus, oder gnadenloser Naivität kaum noch zu überbieten.
Gerade von einer Familienministerin würde ich mehr Fundamentalwissen über die Befindlichkeiten ihrer eigenen Klientel erwarten.
Wenn man so einen wichtigen gesellschaftlichen Posten allerdings besetzt um persönliche Eitelkeiten zu pflegen und mit dem sozialen Status kokettiert, ansonsten aber mit dem produzieren von heißer Luft auffällt, dann hat diese Frau meiner Ansicht nach nichts auf diesem Platz verloren.

Dies wird auch umgehend in der weiteren Fortsetzung dieses Interviews deutlich.
In dem es weiter heißt:

Haken Journalisten in solchen Fällen bei Politikern genug nach?
Ich bin ja nicht nur Professor für Medienmanagement, sondern auch selbst Journalist in der Monitor-Redaktion und dadurch tagtäglich mit diesem Problem befaßt. Wir bekommen kaum noch Interviews von Regierungsmitgliedern. Warum? Die Politiker wissen, daß sie bei kritischen Fragen kaum eine gute Figur machen können. Schon gar nicht in einem kurzen Statement. Sie haben oft leider wenig Kenntnis von der Sache und haben gelernt, mediengerechte Allgemeinplätze zu formulieren. Fragen Journalisten in Berlin bei den Regierungsmitgliedern öfter kritisch nach, gibt es keine Interviews mehr. So einfach ist das. Journalisten, die auf die Aussagen dieser Politiker angewiesen sind, halten sich zurück. Politiker gehen inzwischen auch lieber in Talk-Shows: dort haben sie oft die Gelegenheit, unkritisch befragt zu werden, damit ist die Resonanz viel größer.

Na, da wundert sich noch jemand, warum es in unserem Land in Bezug auf ein förderliches Miteinander nicht mehr weiter geht?
Armes Deutschland sag ich da, es wird Zeit dass sich bald etwas ändert, bevor sich eine unheilvolle Entwicklung anbahnt, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Das vollständige Interview ist unter dieser Quelle zu finden:
http://www.jungewelt.de/2007/12-21/027.php

Klaus-alt
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Re: Heuchelei in Medien und Politik zum Thema Kindermisshand

Beitragvon Klaus-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:17

Geschrieben: 25.12.2007 12:21
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Diese Meldung ist mal wieder richtig typisch um die Einfalls- und Hilflosigkeit auf Ministerebenen hervorzuheben, mit der stets in selber Manier mit unüberlegten Schnellschüssen aus der Hüfte heraus auf Pressemeldungen von Kindesmisshandlungen und dergleichen reagiert wird.
Absolut lachhaft, als würde dadurch nur ein Kind weniger misshandelt werden.
Ich bleibe dabei, wenn schon präventiv: dann bitte bei die denen anfangen die wenigstens noch lernfähig sind!
Derartigen Verlautbarungen zeigen lediglich eigenes Populismusbestreben auf, wie auch fehlenden Lernfähigkeit, bzw. fehlende Lernbereitschaft.


Meldung vom 24.12. 2007
Bundesfamilienministerin will Rechte von Eltern einschränken

Familiengerichte sollen schneller eingreifen können
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich vor dem Hintergrund zahlreicher Fälle von Kindesmisshandlung dafür ausgesprochen, die Rechte von Eltern einzuschränken. Der "Bild"-Zeitung sagte von der Leyen: "Das Recht der Eltern kann nicht so weit gehen, dass die Kinder bitter leiden oder sogar sterben." Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln oder vernachlässigten, dann müsse der Staat einschreiten.
Anti-Gewalt-Training als Pflicht
Wörtlich fügte die Ministerin hinzu: "Wir werden dafür sorgen, dass die Familiengerichte künftig schneller eingreifen können. Wenn Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen, muss das Gericht die Eltern zum Beispiel zu einem Anti-Gewalt-Training verpflichten können. Verweigern sich die Eltern, muss es in letzter Konsequenz möglich sein, ihnen das Sorgerecht zu entziehen."
Quelle:
http://nachrichten.t-online.de/c/13/81/ ... 12216.html


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