Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Verantwortung im Spiegelbild der Realitäten.

Moderator: Klaus

Klaus-alt
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Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon Klaus-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:02

Geschrieben: 19.10.2007 19:02
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Menschen die als Kinder in ihren Familien, oder in alternativen Pflegestellen und Heimen zum Teil recht massive Gewalt und Unterdrückung erfahren mussten, haben es weder in ihrer Kinderzeit, noch später leicht, ihr erlittenes Unrecht als ein solches wahrzunehmen.
So verstreichen zum Teil mehrere Jahrzehnte, bis sie aus ihrem Trauma erwachen und im Vergleich mit der Gegenwart realisieren welch einen bedrückenden Verlauf ihre Kindheit nahm.
Dafür jemanden zur Verantwortung zu ziehen, verbot sich bisher weitgehend durch implizierte Abhängigkeiten, Schuldgefühlen und mangelndem Rechtsverständnis.
Dank unserer freiheitlich orientierten Aufklärung (ja es könnte noch weit besser sein) und daraus resultierender Unabhängigkeit, bzw. wachsendem Selbstbewusstsein der einzelnen Bürger, trägt dieses veränderte Bewusstsein auch in weiteren Bereichen zur Ablösung devot betonter Opferstellungen bei.
Dank unseres medialen Zeitalters finden immer mehr Opfer zueinander und verbünden sich zunehmend in Interessensgruppen.

In einer solchen Interessensgruppe haben sich ehemalige Bewohner des Eschweiler Kinderheim St. Josef zusammengefunden..
Ich habe bereits längere Zeit von dieser Gruppe gehört. Bin der einen oder anderen Person davon auch schon mal persönlich begegnet, jedoch stets ohne jeden juristischen Bezug, von dem hier nachfolgend die Rede sein wird. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass sich die biografische Entwicklung hier und da durch auffällige Erscheinungsbilder und rechtsverletzendem agieren ablesen ließ. Zudem sind darunter Personen die enge Kontakte zum Internetterroristen Mitchell pflegen, bzw. sich auf seiner geistigen Wellenlänge befinden. Von daher waren mir deren Bemühungen wohl zu Ohren gekommen, mir als Gruppe jedoch zu suspekt, um ihnen meine Aufmerksamkeit zu widmen.

Dennoch möchte ich heute den nachfolgenden Artikel zur Diskussion stellen.
Zum einen, weil sich abzeichnet, dass hier von staatlicher, oder besser kirchlicher Seite ein Exempel statuiert werden soll, mit dem spätere Bemühungen von anderen ex-Heimkindern um mögliche Entschädigungszahlungen einzuklagen gleich im Ansatz der Mut und damit der Boden für derartige Bemühungen entzogen werden soll.

Denn auffällig bleibt in diesem Zusammenhang, welch imposante juristische Kanonen die Staatsmacht in Stellung gebracht hat, um sich (möglicherweise nur) auf ein paar harmlose ex-Heimkinder einzuschießen, sofern an den massiven Misshandlungsvorwürfen nichts dran sein sollte, bzw. diese nicht zu beweisen wären.
Hier hätte man eingedenk humanistischer Rücksichtnahme der zweifellos vorliegenden Schädigungen die diese Menschen im Kindesalter sicher zu ertragen hatten, auch wenn diese eventuell nicht ganz so intensiv oder extrem ausfielen, wie diese Gruppe heute geltend machen, dennoch gnädig schweigen können.
Dies tut die Staatsmacht aber nun mal nicht, da hinter diesem juristischem Muskelspiel Kirchenobere die Fäden ziehen, die das lästige Lärmen um Wiedergutmachung von Hermine Schneider & Co allein schon deshalb unterbinden müssen, um den ohnehin lädierten Ruf der Kirche nicht weiter zu beschädigen und damit Gefahr zu laufen, durch stichhaltigere Misshandlungsvorwürfe ein Lawine von Entschädigungsforderungen auszulösen.
Aus dieser Perspektive wird der weitere Verlauf dieses erkennbaren Einschüchterungsversuch gegenüber weiteren potenziellen Antragstellern von Entschädigungsforderungen durchaus interessant bleiben.
Dass sich die Kirche sicher ist, genügend Argumente zu besitzen um die massiven Misshandlungsvorwürfe im juristischen Sinn zu entkräften, dürfte absehbar sein, sonst würde sie kein Risiko eingehen, um am Ende gesamtverantwortlich als Täter gebrandmarkt und zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Diesen bizarren Kampf wird die Kirche meiner Vermutung nach noch für sich entscheiden können. Denn leider gibt es auch unter ex-Heimkindern solche, die die Gunst der Stunde zu nutzten versuchen, oder durch traumatische Erfahrungen bedingt, einen zwanghaften Focus auf einzelne Begebenheiten verinnerlicht haben, deren Bilder heute ihre gesamten Erfahrungen beherrschen. Mit Blick auf die zum Teil recht schwierigen Biografien, halte ich den Versuch solche Menschen mundtot zu verklagen für einen falschen Weg. Vielmehr sollte das Bemühen aller im Vordergrund stehen, bestehende Probleme einvernehmlich zu lösen.
Aber damit haben Mächtige schon seit allen Zeiten Probleme gehabt, wenn es darum ging eigene verfehlte Handlungen zuzugeben, oder gar dafür gerade zu stehen.
Eben, weil es für sie gang und gäbe war, ungefragt und ungesühnt schalten und walten zu können, wie es ihnen beliebte.
Ob sie mit diesem ehrlosen Gebahren auch weiterhin erfolgreich ihre unrechtäßig erworbenen Pfründe bewahren werden bleibt abzuwarten.

Ebenso wie abzuwarten bleibt, ob sie mit dem zu erwartendem Prozessausgang dauerhaft berechtigte Entschädigungsforderungen abwimmeln können, oder in gefährdenden Einzelfällen mit Schweigegeldzahlungen zu unterdrücken vermögen.

Die Anklageschrift findet ihr unter folgendem Link:
Dessen Inhalt wird erst ersichtlich, wenn nach dem Anklicken des Links die zweite Zeile der Adresse im neu geöffneten Fenster hinzugefügt wird.
Sorry, geht leider nur so

http://www.heimkinder-ueberlebende.info ... s-der.html

hier und den journalistische Beitrag, der mich zu dieser Stellungnahme inspiriert hat ist hier zu finden.
http://www.readers-edition.de/2007/10/1 ... -klagen-an

Weiter findet ihr hier einen Link http://www.hermine-schneider.de/Westerw ... 082007.htm in dem über Protestaktionen gegen das Eschweiler Kinderheim berichtet wird.

anonym1-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon anonym1-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:03

Geschrieben: 12.11.2007 09:50
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hallo ,
ich habe gestern darüber einen ganz langen bericht gesehen -über kinderarbeit ..die leider in der rente nicht berücksichtigt wird..und über gelder die noch ausstehen..wobei sich da die caritativen vereine alle drücken sie zu zahlen.
die vorsitzende des vereins regina edward ist da eine ansprechperson.

ich finde, dass das ein riesengroßer skandal ist ..der an die größte glocke der welt gehört.

guckidu-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon guckidu-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:04

Geschrieben: 12.11.2007 10:28
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Dass es mal einen Klaps gab, kann nicht ausgeschlossen werden, war ja in der damaligen Zeit, unabhängig von den Einrichtungen, üblich."


Ein Klaps....dass ich nicht lache,wir wurden mit Rohrstöcken ,Scheren und Handfegern,geschlagen....und dies nicht von Betreuern,sondern von Nonnen.

Ps.ich wr nicht in diesem Heim wie im Artikel, geschrieben...jedoch in einem streng katholischen Heim..wo Nonnen die Kinder schlugen

lg Christa

Klaus-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon Klaus-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:05

Geschrieben: 12.11.2007 13:00
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Ein Klaps....dass ich nicht lache,wir wurden mit Rohrstöcken ,Scheren und Handfegern,geschlagen....und dies nicht von Betreuern,sondern von Nonnen.


......eben, wie es in unserem abendländischen Kulturkreis mit seiner ach so christlich hochgelobten Ausrichtung damals wie heute eben übliche Praxis war.

Da soll noch mal einer was von überlegenem Kulturkreisen erzählen.
Ich habe mal einen Dokumentarfilm mit dem Titel "Das vergessene, oder verlernte Lachen" gesehen.
Vorher Szenen eines angeblich unterentwickelten Naturvolkes, dass nichts ausser die Natur und bescheidene Palmenhütten besass und sich seines einfachen Lebens erfreute.
Dann wurde dieses Volk christlich missioniert und jene Tugenden beigebracht die in der westlichen Welt als Maßstab aller Dinge glorifiziert werden.
Schön dass nun die sogenannten Wilden wussten, was unter christlicher Demut, Fleiß und Sittsamkeit zu verstehen war.
Doch bei all den neuen Erungenschaften wie materielle Güter, Arbeit und Kleidung, wurde in den Schlußzsenen mehr als deutlich, dass diese vormals glücklichen Menschen kaum mehr etwas zum Lachen hatten.

Liebe Chista, da musst weder Du, noch andere Menschen denen eine christlich orientierter Erziehung zuteil wurde sich wundern, wenn diese Erziehung von Schmerz und Entbehrung gekennzeichnet war.
Denn hier wurde gern nach der biblischen Maxime verfahren: Wer sein Kind liebt der züchtigt es.

Da mutet es schon grotesk an, wenn ausgerechnet jene, Pfaffen, die sich selbst verleugnend nie eine Familie gründen dürfen, anmaßen wollen, Familien vorzuschreiben was unter Moral und christlichen Anstand zu verstehen ist.
Gerade ihnen würde ich von Herzen wünschen nur einmal zu erfahren wie sich echte Liebe anfühlt. Doch dazu müssten sie erst einmal ihre pompösen aber kalten Klöster, Kirchen und Kathedralen verlassen.
Liebe Grüße
Klaus

anonym1-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon anonym1-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:06

Geschrieben: 12.11.2007 13:58
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Ich bin vor Jahren schon,wegen der ganzen Heuchelei, aus der Kirche ausgetreten....was nicht heißt,dass ich keinen Glaube habe...doch meine Steuergelder sollten nicht mehr,diesen Verein zu gute kommen.

Dass es mal einen Klaps gab, kann nicht ausgeschlossen werden, war ja in der damaligen Zeit, unabhängig von den Einrichtungen, üblich."


Ein Gebot heißt....das achte...Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten....habe ich jedenfalls so gelernt...

Klaus-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon Klaus-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:06

Geschrieben: 12.11.2007 17:24
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Und ein weiterer biblisches Merksatz über wahre Christen lautet:
"An ihren Früchten (an ihren Handlungen) werdet ihr sie erkennen".

Ja manche unter uns haben diese Heuchler/innen bis zum Überdruß kennengelernt.
MfG. Klaus

René-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon René-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:07

Geschrieben: 12.11.2007 23:25
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An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.
Und damit hat die christliche Religion Recht.
Wie tatsächlich mit dem Neuen Testament verfahren bzw. wie es ausgelegt wird ist doch eine ganz andere Sache. Wenn ich mich den üblichen Interpretationen der Bibel anhänge, bleibt wenig Raum für soziale Kompetenz; Werde ich aber als praktizierender (was immer das auch sein soll) Christ für eine gerechtere Welt einstehen. …- mit Beeten oder was? Nein mit meinem eigenen Leben, mit meiner eigenen Liebe kann ich versuchen Leid zu mildern. Es liegt doch an mir, wie ich die Welt verstehe und wie ich reagiere.

anonym1-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon anonym1-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:07

Geschrieben: 13.11.2007 00:24
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ich glaube nicht, das dem christlichen glauben dafür die schuld zu geben ist.
auch nonnen sind menschen und damit selber verantwortlich für ihr handeln, das hat mit dem glauben nichts zu tun!

Klaus-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon Klaus-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:08

Geschrieben: 13.11.2007 09:27
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Naja, ich würde zumindest sagen, dass das eigenen Handeln vom eigenen Kulturkreis wie eben allen Lebenserfahrungen abhängt.
So gehe ich im positiven Sinne davon aus, dass die einfachen Nonnen, oder andere aktive Erziehungskräfte durchaus mit dem christlichen Anspruch antraten, anderen Menschen(kindern) hilfreich zur Seite zu stehen.
Das Verständnis, auf welchem Weg diese Lebenshilfe erfolgreich zu vermitteln ist, dürfte aber weitgehend von gesellschaftlichen Traditionen abhängen und nicht so sehr von geistigen Idealen, die wir wohl anstreben, jedoch erfahrungsgemäß seltener in die Praxis umzusetzen vermögen.
Normale Eltern sind heute oft schon mit zwei drei eigenen Kindern überfordert. Dass dann Erziehungskräfte mit zum Teil 20-30 verhaltensauffälliger Kindern pro Gruppe heillos überfordert waren, dürfte da leicht einleuchten. Von einer pädagogischen Betreuung nach derzeitigem Verständnis konnte in diesem Rahmen sicher nicht gesprochen werden.
Ob diesen Damen und Herren demnach etwas vorzuwerfen ist, dürfte mit Blick auf die jeweils unterschiedlich entwickelten Gewissenempfindlichkeiten nicht wirklich zufriedenstellend zu beantworten sein.
Denn letztlich entscheiden wir stets aus unserem ureigenen und momentanen Entwicklungsstand heraus, der sich bekanntlich stets den jeweiligen Lebensumgebungen anzupassen versucht.
Siehe dritte Reich, oder kommunistische DDR-System. Dessen Ideale genauso schnell übernommen wurden, wie sie später fallen gelassen wurden. Und sich von den einstigen Aktivisten kaum noch jemand zu seinem einstigen Idealen und Handlungen bekennen mag.
MfG Klaus

Jule-alt
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Re: Anklage gegen ex-Heimkinder wg. Entschädigungsforderung

Beitragvon Jule-alt » Sa 11. Dez 2010, 20:09

Geschrieben: 15.11.2007 03:27
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Vor einigen Jahren habe ich in Ostafrika gearbeitet.

In manchen Frauenorden gab es so etwas wie Mädcheninternate für afrikanische Mädchen. Sehr junge Mädchen, getrennt von Familie, oft aus sehr ärmlichen Familien.
Sie waren billige Arbeitskräfte, sie wurden "gezüchtigt" im Heim und in der Schule.
Die Ordensfrauen waren noch Menschen aus der "alten Schule" und die Einheimischen waren für sie "die schwarzen Wilden".

Erst die neue Generation Nonnen, bewirkt Gutes- für viele damaligen Kinder zu spät.

Jule


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