Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Karriere, Absturz und Erwachen.

Moderator: Klaus

Christa-alt
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Re: Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Beitragvon Christa-alt » Mi 24. Nov 2010, 14:43

Geschrieben: 11.11.2007 19:07
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Hi,Piratin,
dein Sohn hat ja noch ein liebevolles Zuhause,...denke ich
du bist da ,falls er reden will..wenn auch... telefonisch

aber gerade in letzter zeit frag ich mich, ob er nicht an sich ne stinkwut auf mich hat?
und das obwohl ich weiss, dass unser band ein starkes ist;




wenn eurer Band stark ist....wird er verstehen,warum du so handeln musstest.Ich glaube, er spürt dass du nur sein Bestes willst und dafür die Trennung für einige Zeit,notwendig ist.

drücke dich mal ganz lieb und wünsche dir einen schönen abend

lg Christa

Klaus-alt
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Re: Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Beitragvon Klaus-alt » Mi 24. Nov 2010, 14:44

Geschrieben: 11.11.2007 19:12
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Bingo Piratin

Du hast es voll erfasst.
Kinder in jungen Jahren werden die Trennung von ihrem Elternhaus sicher schwerer verkraften, als Kinder in jugendlichen Alter.
Wobei auch hier vor Verallgemeinerungen zu warnen ist.
Es gibt sicher auch Jugendliche die froh sind, aus ihrem Elternhaus herauszukommen und woanders auf ihre künftige Selbstständigkeit und Verantwortung vorbereitet werden.
So möchte ich die gegenwärtige Arbeit von Heimeinrichtungen jedenfalls verstanden wissen.
Ob dies so ist, können indes nur jene beurteilen, die entweder in jüngerer Zeit aus solchen Einrichtungen herauskamen, oder noch darin leben.

Wie Du schon richtig bemerkt hast, können Heime natürlich niemals ein intaktes Elternhaus ersetzen. In der die familiären Bindungen noch viel herzlicher und näher zum Tragen kommen..., können.
Nein, nicht müssen, denn ich würde schon sagen, dass sich pubertierende Jugendliche bereits in einem unmerklichen Abnabelungsprozess befinden und dieses sicherheitssuchende und bestätigende aneinanderkuscheln schon wesentlich seltener suchen.
Vielleicht auch gar nicht mehr so elementar benötigen wie von jüngeren Kindern.
So denke ich schon, dass jugendliche Heimkinder mit der Fremdunterbringung recht rational umgehen können. Ähnlich etwa, als wenn sie auf Klassenfahrt, oder mit ihrem Verein unterwegs wären. In solchen Phasen werden Eltern auf Zeit ebenfalls entbehrlich ohne Schaden zu nehmen.
Wenn darüber hinaus die Heimunterbringung im Vorfeld der Maßnahme gemeinsam abgesprochen werden konnte, weil hierfür deutliche Notwendigkeiten erkennbar waren, dann denke ich mir, kommen jugendliche Heimkinder recht gut mit der Situation zurecht.
Zumal, wenn das gegenseitige Bemühen vorhanden ist, den gemeinsamen Kontakt durch Besuche, Briefe oder Telefonate aufrecht zu erhalten.
In der Regel hapert es aber nicht an der Bindungssuche vom Kind zu den Eltern, sondern leider entziehen sich vielmehr die Eltern ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern.
Probleme sehe ich eher darin, wenn in solchen Einrichtungen mehrere verhaltensauffällige, oder aggressive Jugendliche zusammentreffen. Dann mag das Zusammenleben in einem Heim für weniger gewalterfahrene Jugendliche durchaus eine sehr schwierige Belastungsprobe darstellen.
Hier sind normal die Betreuungskräfte gefordert. Aber wir wissen ja alle, wie schwer etwas gegen subtile Machtkämpfe auszurichten ist. Welche übrigens auch außerhalb von Heimen, z.B. in der Schule das Leben einzelner Jugendlicher zur Hölle machen kann.
So lange Du einen guten Kontakt zu Deinem Sohn hast wirst Du vermutlich spüren, ob alles in Ordnung ist. Andernfalls frag ihn doch einfach, wie es im geht, oder wie er sich fühlt. Ebenso, wie Du die Situation empfindest.
Damit zeigst Du ihm gleichzeitig Dein Interesse an seinem Wohlergehen.
Ich denke Du hast Dir nichts vorzuwerfen.
Aus all Deinen Zeilen entnehme ich eigentlich nur, wie verantwortungsvoll Du Deinen liebevollen Kontakt zu Deinem Sohn aufrecht zu erhalten suchst.
Dem ist nichts hinzuzufügen, als Dir/Euch weiterhin alles erdenklich Gute zu wünschen.
Liebe Grüße
Klaus

Hi Christa
auch Dir wünsche ich noch eine schönen Abend :icon_gruss

DJGieba-alt
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Re: Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Beitragvon DJGieba-alt » Mi 24. Nov 2010, 14:45

Geschrieben: 16.11.2007 18:05
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Ich habe mich noch nie dafür geschämt das ich mal im Heim war. Konnte auch nichts dafür. Nur was ich nie verstand das meine Adoptiv Mutter immer wolte das ich das verheimliche.

Klaus-alt
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Re: Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Beitragvon Klaus-alt » Mi 24. Nov 2010, 14:46

Geschrieben: 16.11.2007 20:16
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Mein Glückwunsch DJGieba.

Ich habe mich noch nie dafür geschämt das ich mal im Heim war. Konnte auch nichts dafür. Nur was ich nie verstand das meine Adoptiv Mutter immer wolte das ich das verheimliche.


Ich denke, dass dies ist auf die positiv veränderten Rahmenbedingungen moderner Heimunterbringung und ihrer Ziele zurückzuführen ist.
Ähnlich wie sie in dieser Arbeitshilfe als Absichtspapier von hochrangingen Vertretern der Jugendhilfen erarbeitet wurde.
Absolut vorbildlich. Von einem solchen entwicklungsfördernden Verständnis können sicher selbst die meisten normalen Kinder träumen.
Ich bedauere nur, dass derartige Absichten nicht mal ansatzweise zu meiner (1965-1975) Heimzeit zum tragen kamen.
Das sind völlig andere Welten.
Aber ich freue mich für Dich, dass Du selbstbewußtseinsfördernder aufwachsen konntest.
Wir "Alten" hatten es da schon erheblich schwerer erst durch Lebenserfahrungen mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Und ich fürchte, bei manchen "Ehemaligen" ist diese Eigenschaft noch immer deutlich unterentwickelt. Umso mehr freue ich mich, jüngere Menschen wie Dich kennenzulernen die deutlich positivere Erinnerungen an ihre Heimzeit zurück behalten haben.
Ich denke auch von Deinen oder ähnlich jüngeren Erfahrungen können alle noch etwa lernen.
Insofern sage ich Dir, Danke dass Du Dich hier mit Deinen Erfahrungen einbringst.
Mit besten Grüßen
Klaus

DJGieba-alt
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Re: Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Beitragvon DJGieba-alt » Mi 24. Nov 2010, 14:48

Geschrieben: 16.11.2007 20:57
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Meine Mutter hat mich so oft runter geputzt mit so Sprüchen die kriegst Dein Leben nie auf die Reihe u. so kennen wir doch alle solche Sätze. Als ich gelernt habe ein dicken Pelz darüber anzulegen habe ich mir immer geschworen das ich sie eines Tages eines besseren belehren werde. U. das habe ich geschafft, heute bewundert sie mich dafür, was ich so jung wie ich auch noch bin, das alles wirklich alleine schaffe. Das erfüllt mich natürlich mit Stolz, u. bin daher so Selbstbewusst. Wer hört den sonst so Sprüche wie in deinem Alter hätte ich mich nicht getraut etc..Ich kann nur jeden Raten. Hört auf Euch selbst u. nicht was andere sagen.

Sandra-alt
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Re: Warum Schähmt man sich éin Heimkind zu sein???

Beitragvon Sandra-alt » Mi 24. Nov 2010, 14:48

Geschrieben: 22.11.2007 11:08
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Ich bin erlich , nachdem ich es erfuhr das ich adoptiert bin, versteckte ich mich förmlich davor vor anderen.
Heute habe ich damit kein problem mehr, ganz im gegenteil ich bin froh darüber reden zu können den so kommt man dem ziel es zu verarbeiten immer näher und man fühlt sich immer wieder aufs neue besser und erleichterter.

Lieben Gruss Sandra


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