Spätes Erwachen oder nur eine gewöhnliche Midlifecrisis?

Karriere, Absturz und Erwachen.

Moderator: Klaus

Erik-alt
Beiträge: 1
Registriert: Mi 24. Nov 2010, 09:46

Re: Spätes Erwachen oder nur eine gewöhnliche Midlifecrisis?

Beitragvon Erik-alt » Mi 24. Nov 2010, 09:47

Geschrieben: 13.06.2006 09:35
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moin ihr :icon_freu

ich bin auch seit einiger zeit dabei meine kindheit nochmal neu zu durchleuchten. ich war zwei jahre in einem heim für schwer erziebare kinder im osten der republik. ich habe nie viel darüber erzählt. eigendlich wissen nur wenige von meiner geschichte..
heute bin ich ein trockener alkoholiker und eigendlich ganz zufrieden mit meinem leben. ich hatte großes glück auf menschen zu treffen dir mir wohlgesonnen waren. ich habe zwei gescheiterte ehen hinter mir. einen grossen sohn. ich habe lange zeit meinen eltern große vorwürfe gemacht wie sie es zulassen konnten das ich dort hinkam.
ich weiß jetzt gar nicht wo ich anfangen und wo ich aufhören muss. da ist zu viel am rattern. aber das reicht erst mal zum vorstellen.
ich freue mich euch hier gefunden zu haben !

liebe grüsse
erik

Schnullerbacke-alt
Beiträge: 31
Registriert: Do 18. Nov 2010, 07:14

Re: Spätes Erwachen oder nur eine gewöhnliche Midlifecrisis?

Beitragvon Schnullerbacke-alt » Mi 24. Nov 2010, 09:48

Geschrieben: 13.06.2006 17:33
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Hi erik.

Mir ging es ähnlich wie dir,nur hatte ich alles hinter mir gelassen,bis ich das Gästebuch meines alten Heimes im Net fand,ich schrieb rein,und irgendwann,ich rechnete mit nix,schrieb mich Klaus an dem dieses forum gehört.Er war im gleichen heim zur gleichen zeit,aber wir kannten uns nicht.Ja und dann ging es bei mir los,grübeln,inne vergangenheit kramen.Klaus half mir dann noch meine akten zubekommen,wobei ich sagen muss,die hätte ich im nachhinein lieber nicht haben wollen,aber ich habe wieder mehr erfahren.

Lass dir zeit mit allem,geh es ruhig an,wenn du was schreiben magst tu es,wenn dir nicht danach ist lass es einfach,setze dich nicht selber unter druck.

So nun wünsche ich dir für alles was du tust viel glück.Man liest sich.Bis dahin grüßt dich ganz lieb die schnullerbacke. :icon_freu

René-alt
Beiträge: 33
Registriert: Do 18. Nov 2010, 11:18

Re: Spätes Erwachen oder nur eine gewöhnliche Midlifecrisis?

Beitragvon René-alt » Mi 24. Nov 2010, 09:49

Geschrieben: 13.06.2006 20:01
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Hallo Erik,

mir geht es ähnlich wie Dir, ich bin ebenfalls trockener Alkoholiker. Du kannst ja mal auf http://www.no-alk.de vorbeischauen. Dort steht unter Erfahrungen ein wenig über mich. Tatsächlich ist es für mich wichtig mit meiner Vergangenheit, insbesondere meiner Kindheit, aufzuräumen, denn das gehört mit zum zufriedenen Trockensein. Ich habe das viel zu lange verdrängt. Glaube mir, es ist gut und erleichternd sich endlich ohne Ängste und Abscheu mit seiner Vergangenheit zu beschäftigen. Du wirst in diesem Forum Menschen kennen lernen die ähnliches wie Du durchgemacht haben und es ist gut zu wissen, dass man damit nicht alleine bleiben muss.

Herzlich willkommen.

René

Klaus-alt
Beiträge: 425
Registriert: Do 18. Nov 2010, 06:30

Re: Spätes Erwachen oder nur eine gewöhnliche Midlifecrisis?

Beitragvon Klaus-alt » Mi 24. Nov 2010, 09:50

Geschrieben: 14.06.2006 00:25
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Hallo Erik

Tja, wo fängt man an, ein möglicherweise bewegte Vergangenheit zu ordnen?
Eine schwierige Frage.
Ich denke dass nicht nur die Ursachen schmerzen, durch die wir in fremdbestimmte Verwaltung gerieten, sondern auch die später wahrgenommene eigene Schwäche, wenn wir nicht den gesellschaftlichen Idealen entsprochen haben und unsere Selbstzweifel von dem Gedanken genährt wurden, ob sich uns die auf den Weg gegeben Prophezeiungen, von wegen, dass aus uns nichts werden würde, zwangsläufig erfüllen würden?
Auffällig bleibt in diesem Zusammenhang, dass wir uns erst mit unserer eigenen Geschichte zu befassen beginnen, wenn wir in unserem Leben endlich etwas zur Ruhe gekommen sind. Da wirkt so ein Rückblick manchmal regelrecht wie ein lähmender Schock. Du kannst mir aber glauben, diese Phase geht vorbei und zwar umso schneller, je intensiver Du Dich mit Deinen Erfahrungen auseinandersetzt, bis Du ohne Scham oder Wut endlich zu Dir selbst zu stehen beginnst.
Ich denke es tut immer gut, wenn man sich mit anderen Betroffenen austauscht, die sehr häufig ähnlich gelitten und empfunden haben wie Du.
Ich finde es schon mal Klasse, wenn Du Dich genauso wie René von einer fürchterlichen Geißel befreien konntest. :icon_freu
Irgendwo haben wir in der Richtung wohl alle eine Macke abbekommen. Bei mir waren es 16 Jahre Spielsucht, die mich mehr als nur das verlorenen Geld gekostet haben. Hab es dann, weil ich es unbedingt wollte aus eigener Kraft geschafft mich davon zu befreien.
Aber ich denke, da könne wir uns gegenseitig längere Geschichten zu erzählen.
Wenn Du möchtest, dann lass ruhig wieder von Dir hören, denn hier findest Du immer interessierte Mitleser.
Ich möchte Dir wünschen, dass Du Dich in diesem kleinen Kreis einigermaßen wohlfühlst:
Einstweilen sag ich herzlich willkommen und weiterhin alles erdenklich Gute. :icon_gruss
Mit besten Grüßen
Klaus


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