Science-Fiction als Mittel zur Selbstfindung?

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René-alt
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Science-Fiction als Mittel zur Selbstfindung?

Beitragvon René-alt » Mi 24. Nov 2010, 09:31

Geschrieben: 07.05.2006 14:13
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Science-Fiction als Mittel zur Selbstfindung?

Begriffsbestimmung aus Wikipedia:
Science Fiction, (auch: Sciencefiction oder Science-Fiction; Abk.: Sci-Fi oder SF.) ist eine Form der Literatur und des Films, aber auch anderer Disziplinen wie z. B. der bildenden Kunst, welche den Einzelnen, die Gesellschaft oder die Umwelt in zeitlich, räumlich oder historisch radikal alternativen Konstellationen betrachtet. Oft geschieht dies in Form einer aus der tatsächlichen Gegenwart extrapolierten Zukunftsvorstellung. Es finden sich aber auch andere Topoi, wie zum Beispiel jenes der so genannten Parallelwelt. Wenn sich die SF einer zeitlich relativ nahen Zukunft annimmt, diskutiert sie häufig den Einfluss neuer wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Entwicklungen.

Den Begriff Selbstfindung empfand ich lange Zeit als ein wenig aussagekräftiges Wort. Was soll gefunden werden, etwa das Selbst und wie ist das möglich? Also schauen wir noch einmal bei Wikipedia nach: Selbstfindung ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie. Er beschreibt einen in der Pubertät beginnenden Prozess, durch den ein Mensch versucht, sich in seinen Eigenheiten und Zielen zu definieren, vor allem in Abgrenzung von der Gesellschaft und ihren Einflüssen. Die Selbstfindung erfolgt auf verschiedenen Ebenen: Materiell, sozial und geistig. Sie läuft in mehreren Phasen ab, die meist durch den zunehmenden Grad an Selbstreflexion unterschieden werden.
Typische Fragen sind: "Wer bin ich?" "Wer möchte ich sein?" "Wie sehen mich andere?".
Beeinflusst wird die Selbstfindung zum einen durch die bisherige Sozialisation, zum anderen durch Vorbilder. Sie kann durch emotionale Belastungen und Krisen gekennzeichnet sein, insbesondere wenn die angestrebte soziale Rolle nicht erreichbar ist.
Ergebnis eines Selbstfindungsprozesses ist ein persönliches Wertesystem und eine mehr oder weniger detaillierte Zukunftsplanung. Angestrebtes Ziel ist oft die Selbstverwirklichung.

Den Ausspruch „Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht“ kennt Jeder. Ein leicht daher gesagter Ausspruch, denn eigentlich wird doch verlangt den Ort an dem ich mich befinde zu verlassen damit ich Diesen aus der Entfernung als Wald erkennen kann. Solange es sich tatsächlich um eine Örtlichkeit handelt ist das recht einfach zu bewerkstelligen. Ist es aber kein Ort sondern ein Gedankengebäude auf das der Ausspruch angewandt wird, ist alles viel schwieriger. Wie ich über etwas denke begründet sich auf mein Erlebtes, es ist die Summe meiner Erfahrungen. Am einfachsten habe ich es wenn meine Erfahrungen nicht ausreichen, denn hier greift ein weiterer Ausspruch „du musst deinen Horizont erweitern“. Das bedeutet ich urteile so weil ich noch nicht alles bedacht habe oder in meinen früheren Überlegungen einen Denkfehler habe.
Was ist wenn ich mich gedanklich in einer Sackgasse befinde, aus der ich auch mithilfe äußerer Anregungen nicht entkommen kann? Ich könnte diesen Denkfaden fallen lassen und mich anderen Ideen widmen. Wenn aber viele gedankliche Sackgassen entstehen, kann es leicht passieren dass mein Weltbild in eine Schieflage gerät, denn im Grunde suche ich nach Antworten die nicht gefunden wurden und somit meine Gedankenwelt einengen.

Eine situationsbedingte Sackgasse versuche ich zu lösen in dem ich mich gedanklich aus dieser Situation herausnehme und mich aus der Entfernung beobachte. Dass kann man sich so vorstellen. Ich sitze in einer Gruppe am Tisch und diskutiere über irgendein Thema und jetzt kommen Emotionen ins Spiel die mich verärgern oder in eine Sackgasse treiben. Gedanklich verlasse ich meinen Körper und schaue mir die Gruppe aus einem Winkel an der Zimmerdecke herab an und sehe wie ich reagiere. Auf diese Weise nutze ich einen Spiegel in dem ich mich selbst beobachten kann. Das hilft mir rational zu bleiben und mich nicht durch negative Gefühle zu blockieren.

Im laufe meines Lebens haben sich so viele Sackgassen ergeben, dass ich eine Lösung finden musste. Für mich scheint Science-Fiction der beste Weg zu sein diesen Wald zu finden, den man vor lauter Bäumen nicht sieht. Ich meine dabei nicht so etwas wie diese Filme die in endlosen Folgen im Fernsehen gezeigt werden. Was ich meine sind beispielsweise Solaris von Stanislav Lem oder Stalker von Andrej Tarkowskij. Mich auf diese Weise mit Fremden und Unbekannten zu beschäftigen ermöglicht mir völlig neue Einblicke in mich selbst und meine Umwelt. Unsere Erde und deren Natur zu begreifen, in ihrer Ganzheit und den sich daraus ergebenen Zusammenhänge zu erahnen wird mir möglich wenn ich mich davon distanziere und aus einer anderen Welt wieder annähere.

Liebe Grüße Rene

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