Aufstehen nach dem Fall

Karriere, Absturz und Erwachen.

Moderator: Klaus

Schnullerbacke-alt
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Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Schnullerbacke-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:31

Geschrieben: 17.11.2005 07:58
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Als ich das letzte mal aus dem Heim abgehauen bin,es war einen Tag vor meinem 17.Lebensjahr hatte keiner mehr das Interesse mich noch mal einzufangen um mich noch mal einzusperren.Zu meinen Eltern konnte und vor allem wollte ich nicht,aber ich musste ja irgend wo hin,suchte ich mir eine Wohnung,fand ein Zimmer in einer WG,da ich aber noch nicht Volljährig war,wollte man das Einverständnis meiner Mutter,aber denkste Sie sagte natürlich Nein :icon_haeh Was blieb war die Strasse,es war März und noch ziemlich kalt,kein Geld,was machen?Ich ging in einer Diskothek wo keiner nach einem Ausweiß fragte.Hauptsache warm!Dort lernte ich einen Mann kennen,der mich mit zu sich nach Hause nahm.Was folgte waren Drogen und Alkohol,ca.2Jahre lang.Eines morgens als ich wieder mal in den Spiegel sah,wusste ich das muss ein Ende haben,kaufte mir eine Zeitung,nahm eine Stelle als Putzfrau an,sparte alles und irgend wann hatte ich eine eigene Wohnung und soviel Geld das ich mich selbstständig machen konnte.Meine Gaststätte ging sehr gut, ich hatte sie 12Jahre.Bis ich dann leider nicht mehr Arbeiten durfte Asthma machte mir das Leben schwer,nun bin ich 80% Schwerbeschädigt.Von meinen Eltern Habe ich dann nur noch gehört das sie beide gestorben sind,es mag sich grausam anhören,aber ich habe keinen auch nur eine Träne nachgeweint.

anonym-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon anonym-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:32

Geschrieben: 17.11.2005 13:18
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hallo du,

ich bewundere dich -mit dieser traurigen geschichte..das du so viel energie hattest dein leben so massgebend zu verändern.
deine dokumentation dient anderen bestimmt zum durchhalten..und zum beginn eines neuanfanges!
liebe grüße

Schnullerbacke-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Schnullerbacke-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:33

Geschrieben: 17.11.2005 14:31
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Ich hatte nur die Kraft das zu schaffen um meinen Erzeugern damit zu sagen,Ihr habt mich nicht gebrochen,aber glaube mir in mir sah es ganz anders aus.Man sagt immer die Zeit heilt alle Wunden,aber die wissen nicht worüber sie sprechen.

Bärchen-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Bärchen-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:35

Geschrieben: 17.11.2005 22:24
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Hallo Schnullerbacke

ich bin sehr traurig über deinen Beitrag.
Er hat mich so angesprochen,ich kenne auch die Obdachlosigkeit
und die Ausgrenzungen der Familie.
Der Spruchnehmen,denn manche Dinge können oder wollen nicht heilen.
Wir haben keine Schutzmauern gehabt.
Diese schicksalhaften Begegnungen unseres Lebens,waren Stolper-
steine die unsere Schritte lähmten,versuchen wir daraus Bausteine
zu machen,zu einer Gestaltung des "Ja" zum Leben.
Ich bewundere deine Offenheit und besonderst deinen Mut hier.
Wünsche dir von ganzem Herzen alles liebe
und weiterhin Kraft.
Ursula.

Schnullerbacke-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Schnullerbacke-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:35

Geschrieben: 18.11.2005 07:15
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Liebe Ursula,bevor ich den Mut hatte etwas über meine Vergangenheit preiszugeben hat es sehr lange gedauert.Hier so richtig das erste mal,aber es ist eine befreiung für mich.Nachdem ich hier so viel gelesen habe,und sehr erschütert und auch sehr traurig war,habe auch ich den Mut gehabt.Ich glaube wenn man sich alles von der Seele redet,geht es jeden Tag ein bischen besser.Es ist nicht leicht,aber es hilft ungemein.Ich wünsche Dir und auch alle anderen das sie es können.Ich grüße und drücke Dich ganz lieb.

Bärchen-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Bärchen-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:36

Geschrieben: 18.11.2005 16:06
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Hallo Scnullerbacke,
ich drück dich auch ganz lieb.
Bei mir ist es so,ich möchte dir das mal symbolisch schildern.<
trocknen,weil einfach die Sonne fehlt<
So ist es auch mit unseren Wunden,die wir uns selbst schlugen,
und die andere uns schlugen.
Dir und all deinen Lieben alles liebe,ich habe nochmal deinen
Beitrag gelesen,du bist eine bewunderswerte Frau,sei stolz auf
das was du erreicht hast.
Und bleibe stark das wünscht dir
Ursula.

Klaus-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Klaus-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:37

Geschrieben: 19.11.2005 11:48
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Hallo liebe Gudrun

Entschuldige bitte, wenn ich auf Deine oder andere Beiträge nicht sofort reagiere.
Meine Arbeit und meine familiären Verpflichtungen ........ Du verstehst? – Vielen Danke!

Wenn Du hier erstmals die Gelegenheit wahrgenommen hast um gezielter Rückschau zu halten, dann kann ich Deine Erschütterung sehr gut nachvollziehen. Mir ging es da vor etwa zwei Jahren sehr ähnlich.
Denn bis dahin dachte ich eigentlich, dass mein Leben und meine Erfahrungen noch immer verhältnismäßig normal waren.
War es aber bei weitem nicht.
Meine ersten Kinderjahre innerhalb meiner Familie mag ich am liebsten gar nicht beschreiben.
Wenn Dir der Fall Jessica ein Begriff ist, dann weißt Du ungefähr unter welchen abartigen Verhältnissen ich meine ersten Lebensjahre verbrachte.
Mir war zwar schon immer bewusst dass da einiges schief gelaufen war. Aber da mir meine Mutter ständig vorhielt ich wäre so schwierig gewesen, fand ich meine Erfahrungen nicht nur relativ normal, sondern fühlte mich nahezu zeitlebens auch noch selbst dafür schuldig.
Erst als ich Phoebes und Ninjas Biografie las, wurde mir erstmals so langsam bewusst, welch einen Albtraum ich in meiner Kindheit zu ertragen hatte.
Selbst heute, nachdem ich wieder Abstand dazu gewonnen habe, packt mich bei näherer Betrachtung noch immer eine große Wut, über das, was mir von meiner Familie angetan wurde. Ich war und ich bin immer noch fassungslos:
Hätte ich vor Jahren gewusst was ich heute weiß, dann hätte nicht ich mich vor über 25 Jahren umzubringen versucht, sondern hätte besser jene zur Hölle geschickt, die mir das Leben zur Hölle gemacht hatten.
Deshalb kamen mir die späteren Heimerfahrungen noch immer recht harmlos vor.
Wovon z.B. die eine Mail an diesen Idioten Mitchell zeugt, indem ich noch recht blauäugig beschrieb, das es bei uns in der Gotteshütte kaum Gewaltexzesse gab, obwohl es fast normal war, wenn Erziehungskräfte, Kleiderbügel Handfeger und anderes auf dem Rücken oder nackten Allerwertesten an uns Kindern zerschlugen. Oder die Persönlichkeit immer wieder aufs Neue mit Füßen getreten wurde, indem wir beleidigt und uns vor Augen gehalten wurde, welch eine Zukunft man uns als Verbrecher beschied. Oder Bettnässer vor der Gruppe der Lächerlichkeit preisgegeben wurden, womit sie quasi als Freiwild zum Frustabbau der ohnehin mehrheitlich verhaltensgestörten Mitbewohner gegeben wurden und damit den Erziehungskräften eine bequeme Entlastung ihrer eigenen Überforderungen eintrug.
Denn ja, auch dies ist Gewalt in Reinkultur, wenn ich als Erwachsener die Kindergruppe dazu benutze, um Aggressionen von sich selbst auf schwächere Kinder zu kanalisieren.
Es mag zwar sein, dass hinter diesen Gebaren keine bewusste Absicht lag, aber es hat sich eben so zugetragen und ich bin froh, dass ich schon sehr früh mit meinen intellektuellen Fähigkeiten, bereits im Vorfeld herannahende Gefahren erkennen und entsprechend früh darauf reagieren konnte.
Andere hatten diese Fähigkeit nicht und ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie solche Kinder regelrecht in diesem System zerbrochen und zermahlen wurden.
Von einem Kind habe ich noch ein Bild vor Augen, wie es total verängstigt in einer Bettecke kauerte und sofort wie ein irrsinniger schrie sobald nur jemand die Tür zu öffnen versuchte.
Auch werde ich nicht vergessen, wie ich mal einem schwächeren Kind zu Hilfe kommen wollte und vom Stärkeren dermaßen zu Boden geschleudert wurde, dass ich das Bewusstsein verlor. Ich konnte mich zunächst gar nicht daran erinnern, was vorgefallen war, als mich die Erziehungskraft den Vorfall herunterspielend ins Bett verfrachtete. Hauptsache Ruhe!
Was nicht heißen soll, dass ich nur ein Unschuldsknabe war. Auch ich habe wenigstens zwei Neuankömmlingen zur Begrüßung gleich eine gelangt, um klar zu stellen, wer welche Stellung inne hatte.
Es war eben ein Machtkampf ums Überleben. Das buhlen um kleinste Vorteile, oder Zuwendungen. Das war damals sicher keinem von uns bewusst. Es war ein hoher Preis den wir dafür bezahlen mussten, dass man uns aus unseren familiären Höllen befreit hatte.
Wie schlimm müssen erst jene die Verhältnisse empfunden haben, deren Heimeinweisung nicht durch familiäre Gewalt und/oder Vernachlässigung verursacht wurde.
Grauenvoll!
Ich kann für mich und meiner zurückblickenden Erfahrung nur sagen, dass wir von unqualifizierten und verständlicherweise völlig überforderten Erziehungskräften verwahrt wurden.
Rüstzeug für ein selbstbewusstes oder zielorientiertes Leben blieb uns vollkommen versagt.
Statt dessen wurden wir aus dieser Unterdrückungsmaschinerie regelrecht von einem Moment zum anderen völlig unvorbereitet, so nach dem Motto: „Nu sieh mal zu, wie Du klar kommst“, in das reale Leben ausgespuckt.
Ich glaube die wenigsten von uns, die diese Mühlen durchlaufen haben, haben es zu etwas gebracht und wenn doch , dann mit Sicherheit zu einem sehr hohen Preis.
Ich kenne bis heute Niemanden, dessen Heimerfahrungen ausschließlich positiver Natur blieb.

Dessen wirst auch Du Dir Gudrun, bewusst werden. Und ja, es tut weh, wenn man in der Rückschau sieht, wie wir uns, auf uns allein gestellt und die meisten sicher auch orientierungslos abgestrampelt haben um irgendwie auf einen grünen Zweig zu kommen.
Vermutlich liege ich mit meiner Einschätzung nicht falsch, dass die meisten von uns heute am Rande der Gesellschaft leben, weil ihnen allein schon der schlechten Schulbildung wegen gute Berufsausbildungen und damit finanziell lukrative Arbeitsplätze versagt geblieben sind.
Auch ist es kein Zufall, dass die meisten von uns erst im fortgeschrittenen Alter, wenn ihr Leben etwas zur Ruhe gekommen ist, zu begreifen beginnen, was ihnen in ihrer Kindheit passiert ist. Oder erst der Umgang mit den eigenen größer werdenden Kindern uns wie ein Blick in den eigenen Spiegel schmerzhaft erkennen lässt, wie lieblos die eigene Kindheit gewesen ist.
Ja, es ist wie ein Erwachen, aus einem nicht enden wollenden Albtraum. Und ich bin froh, dass ich vor allem durch Phoebes Biografie, in der ich mich erstmals selbst wiedererkannte aus diesem Albtraum erwacht bin.
Oh Manno, ich hatte erst mal so eine scheiß Wut, auf meine Mutter, die meinen Lebensweg maßgeblich zu verantworten hatte und mir darüber zeitlebens das Gefühl vermittelte selber für die erlittenen Gewalt und Isolation verantwortlich gewesen zu sein, dass ich sie am liebsten eigenhändig umgebracht hätte. Aber ersten wohnt sie 600km weit weg und zum zweiten, ist sie bereits so dement, dass sie kaum mehr begreifen würde, warum ich sie zu Hölle geschickt hätte.
Inzwischen ist meine Wut wieder der Nüchternheit gewichen. Wenngleich ich nach wie vor fassungslos darüber bin, wie Eltern ihren Kindern gegenüber nur so grausam sein können, ohne dafür auch nur jemals ein Zeichen von Reue, oder schlechtem Gewissen zu bekommen.
Wie man mit dieser Schuld nur täglich sein Spiegelbild betrachten kann ist mir unbegreiflich.
Obwohl, mein Vater sich wohl doch so etwas wie seiner Schuld bewusst war, denn nachdem herauskam, was für eine unsäglich widerwärtiges Schwein er war, hat er sich wenigstens durch eigenes Erdrosseln seiner weltlichen Verantwortung entzogen.
Ich habe mit allem abgeschlossen und möchte nie wieder von meiner einstigen Familie, die mir nie eine war etwas hören oder sehen.
Einzig was ich mir heute wünsche ist, dass unsere Eltern wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, wenigstens mal zeitweise ein Bewusstsein dafür bekommen, was sie ihren Kindern angetan haben. Mehr nicht.
Was so manch trübe Heimbiografie anbelangt, so gab es natürlich auch Eltern, die wirklich „nur“ mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert waren und vieles falsch machten weil ihnen nie jemand gezeigt hat, wie man mit Kindern umzugehen hat.
Wer denkt dass es heute anders oder einfacher wäre, der irrt gewaltig.
Denn gerade weil es kaum noch Wohngemeinschaften von Großfamilien gibt, fehlen den meisten jungen Familien heute Vorbilder oder die Unterstützung durch andere Familienmitglieder. Da es auch sonst an geeigneten Schulungen mangelt, werden auch heute noch zahlreiche Kinder unbeabsichtigt Opfer falscher Erziehungsbemühungen.
Daran müsste sich meiner Ansicht nach etwas ändern.
Aber dies ist wieder ein eigenes Kapitel.
Mir geht es hier mit diesem Forum erst einmal darum Menschen mit unseren Erfahrungen die Möglichkeit zu bieten, eigenen Empfindungen, die oftmals Jahrzehnte lang unterdrückt wurden, weil man sich ihrer schämte oder noch nicht bewusst war, zu entdecken und zu spüren, dass wir längst nicht so allein sind, wie sich wohl die meisten von uns die meiste Zeit gefühlt haben.
Manchmal komme ich mir wie ein Fossil vor, dass eine einzigartige Zeitperiode überlebt hat, weil auch die Heime in ihrer damaligen Form in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar sind.
Ich möchte jedem wünschen, dass er/sie zu einem selbstbewussten Leben gefunden hat.
Aber ich bin auch Realist und weiß dass die meisten noch immer täglich mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben.
Fast wäre auch meine Ehe an diesen Altlasten gescheitert, ohne dass ich gewusst hätte woran sie gescheitert wäre. Zum Beispiel hatte und habe ich noch immer einige Probleme damit, von selbst auf meine Frau oder Kinder zuzugehen, um sie in den Arm zu nehmen. Dieses Nähe-Distanz Problem konnte ich mir anfangs selbst nicht erklären und löste immer wieder heftige Kontroversen aus, weil meine Frau glaubte, ich würde für sie, oder die Kinder nichts empfinden. Das stimmt natürlich nicht, nur bin ich halt noch immer durch meine Erfahrungen extremst gehemmt und es fällt mir selbst heute noch schwer jemanden liebvoll an mich heran zu lassen.
Aber seitdem ich vor zwei Jahren meine Vergangenheit entdeckte und damit auch erstmals meiner Frau Einblick in meine Vergangenheit gab, hat sich durch das bessere gegenseitige Verständnis doch manches zwischen uns wesentlich verbessert. Dennoch muss ich mich immer wieder aufs Neue dazu überwinden Nähe zulassen zu können.
Das ist für mich eine der schwersten Hypotheken, die ich von meiner Vergangenheit zurück behalten habe. Aber indem wir jetzt wissen, warum es so ist, können wir mit dieser „Macke“ auch immer besser umgehen. Auch, weil wir durch die Auseinandersetzung mit mir und mit uns, unser gegenseitiges Vertrauen erheblich vertiefen konnten.
Ob andere ex-Heimkinder oder auch familiären Gewaltopfer jemals dieses Vertrauen bilden werden, um mit ihren Ehepartnern so gründlich und offen über die eigenen Befindlichkeiten zu sprechen, wage ich erst mal noch zu bezweifeln. Denn oft fehlt es ja schon an der Einsicht, dass da etwas in der Partnerschaft nicht ganz gerade läuft und wenn doch, sieht man die Fehler gewöhnlich lieber beim anderen, als bei sich selbst nach Ursachen zu forschen.

Zumindest meine ich, haben wir es inzwischen geschafft zu einem harmonischen Paar zusammen zu wachsen, indem es zwar trotzdem immer mal wieder zu Meinungsverschiedenheiten kommt, aber diese halten kaum mehr als einen Tag an.
Insoweit denke ich, habe ich nun endlich meinen ruhenden Pol gefunden.
Zuvor würde ich mein Leben als recht hast und rastlos beschreiben.
Auch durch meine einstige Spielsucht und Schulden war mein Leben immer nur von arbeiten, arbeiten und noch mal arbeiten geprägt, kaum dass ich in finanzieller Hinsicht je grünes land zu sehen bekam. Aber ich habe mich nie gehen lassen, oder darauf vertraut, dass mir andere helfen. Zwei mal habe ich in meinem Leben von Null angefangen und es geschafft mich aus eigener Kraft von allen Widrigkeiten zu lösen und führe nun seit rund 10 Jahren doch ein recht gefestigtes und gesichertes Leben.

Könnte es sein, dass abgesehen von Deiner gesundheitlichen Beeinträchtigung unsere Erfahrungen etwas ähnlich sind?
Bist Du heute verheiratet, oder hast Du Kinder?
Wenn ich fragen darf, hast Du irgendwie noch Kontakt zu anderen Deiner einstigen Familie?(Geschwister, Tanten, etc.)

Ich denke, dass es auch anderen Betroffenen hilft sich in der einen oder anderen Erfahrung wieder zu erkennen und sich vielleicht wie Du hier erstmals trauen, ihre Erlebnisse Stimmungen, oder Gefühle zu schildern.
Ich denke es ist ein wichtiger Schritt, um sich aus den eigenen Mauern zu befreien.

Zur Gotteshütte selbst werde ich Dir bestimmt auch noch die eine oder andere Episode berichten.
Will Dich hier jetzt aber nicht mit Texten erschlagen.
Deshalb sag ich erst mal tschau, bis später wieder :icon_freu
Liebe Grüße Klaus

Schnullerbacke-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Schnullerbacke-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:38

Geschrieben: 19.11.2005 17:53
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Hallo Klaus.Jetzt möchte ich Dir Deine fragen beantworten.Erst einmal erzähle ich Dir warum ich ins Heim gekommen bin,ja ich habe meiner Mutter nur die Wahrheit gesagt.Ich bin von einem Verwanten Missbraucht worden,als ich es ihr sagte sprach erst der Rohrstock dann kam die aussage Lügnerinnen gehören weggespert und ehe ich mich versah war ich im Heim.Ich habe erst wieder davon gesprochen als ich 43 Jahre alt war.So nun zu Deinen fragen.Ja ich war 3 mal Verheiratet,dachte ich wäre Beziehungsunfähig,na ja,ich habe viele Macken.Jetzt lebe ich in einer sehr liebevollen und Harmonischen Beziehung.Meine Tochter ist mit 21 Jahren gestorben,das ist jetzt 4 Jahre her, aber das macht mir noch sehr zu schaffen.Geschwister habe ich auch aber keinen kontakt,was ich auch nicht möchte.Das zu schreiben ist mir jetzt sehr schwer gefallen,muss erst mal aufhören.Bis bald,sei lieb gegrüsst von Gudrun :icon_freu

Klaus-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Klaus-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:39

Geschrieben: 20.11.2005 11:47
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Oh je Gudrun

Der Tod Deiner Tochter ist nach allem was Du sonst so an Tiefen und Höhen erlebt hast bestimmt das Schlimmste was Dir passieren konnte.
Deinen Schmerz kann ich da natürlich sehr gut nachempfinden. Immerhin habe ich selber zwei gut geratene Kinder von M11 und J9 Jahren, die nicht mal ahnen wie schlimm manche Eltern ihr Kinder behandeln.
Ihr Lebensfreude ist auch meine/unsere Freude.
Naja, zuweilen auch mal anstrengend, aber alles in allem eben echte Sonnenscheine.
Ich fühle mit Dir.
Betroffen macht mich auch jedes Mal, wenn ich Erfahrungen wie Deine lese. Aus denen hervorgeht, dass einem zugefügten Leid noch ein viel Größeres hinzugefügt wird, weil Dir nicht geglaubt wurde.
Damit wird einmal mehr deutlich, wie verheerend sich besonders Kindesmissbrauch auf das ganze weitere Leben der Opfer auswirken kann. Nur weil sich ein unbesonnener Mensch einen Augenblick mal nicht beherrschen konnte. Natürlich je länger je schlimmer.
Wenn ich dann lese, wie Du als Lügnerin hingestellt wurdest, dann frage ich mich unwillkürlich, haben solche Eltern zu ihren Kindern so wenig vertrauen, so wenig Liebe empfunden, um solch einen gravierenden Vorwurf so leichtfertig zurück zuweisen?
Könnte es sein, dass Dein Elternhaus schon vorher etwas unterkühlt war, oder Spannungen das Zusammenleben bestimmten?
Jedenfalls freue ich mich sehr für Dich, wenn Du endlich den ruhigen Hafen gefunden hast, in dem Du Dich geborgen fühlen kannst. :icon_freu
Liebe Grüße
Klaus

Schnullerbacke-alt
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Re: Aufstehen nach dem Fall

Beitragvon Schnullerbacke-alt » Mi 24. Nov 2010, 06:40

Geschrieben: 20.11.2005 12:30
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Hallo Klaus.Meine Erzeuger haben mich bei einer ihrer vielen Versöhnungsversuche gezeugt,ein Unfall wie meine Mutter mal sagte.Danach war die Scheidung,ich glaube ich habe dafür büßen müssen was sie in ihrer Ehe falsch gemacht haben.Jetzt sind sie beide tod,und ich hoffe sie schmoren in der Hölle.Mag sich grausam anhören aber ich empfinde so. :icon_wuetend Bis bald. :icon_freu


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