Verwahrlost oder einfach nur jugendlich rebellisch.....

Was machte die Heimeinweisung erforderlich?

Moderator: Klaus

London-alt
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Verwahrlost oder einfach nur jugendlich rebellisch.....

Beitragvon London-alt » Mo 22. Nov 2010, 06:43

Geschrieben: 26.02.2010 12:21
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Ja Guxhagen - noch heute schäme ich mich dafür, dass ich in diesem Heim gelandet bin. Noch heute schäme ich mich dafür, dass ich Mitte der 60ziger eine "verwahrloste" Jugendliche war nur weil ich mich nicht anpassen konnte und wollte. Weil ich mich nicht dem Diktat der Vorkriegserziehung unterwerfen wollte. Meine Eltern wurden lt. ihrer Aussagen einfach nicht mehr mit mir fertig.

Aufgewachsen bin ich in Wiesbaden in einer großen Familie. Ich hatte vier Brüder und als einziges Mädchen immer um die Gunst meiner Mutter zu kämpfen. Sie liebte ihre Söhne und ich war ihr ein Dorn im Auge. Leider konnte ich nie ergründen warum. Inzwischen lebt sie nicht mehr und ich habe meine eigene Theorie entwickelt. Auch habe ich mich mit meiner Mutter versöhnt und sie hat immer bereut sich ans Jugendamt gewendet zu haben. Leider wurde auch dadurch unser Verhältnis nicht enger.

In meinem Zuhause lief nicht immer alles glatt enge Wohnverhältnisse, Geld verdienende Eltern hinterließen Spuren in der Familie. Meine Mutter und meinen Vater habe ich nicht sehr glücklich in Erinnerung sie stritten ständig und meine Mutter sprach dann wochenlang nicht mit ihm. Dies zerriss mir oft das Herz denn ich habe schon früh erkannt, dass mein Vater ein herzensguter Mensch war - Mama dies aber wohl nicht genügte. Als sie 2005 starb hatte er sehr lange gebraucht sich von diesem Schicksalsschlag zu erholen denn egal, was sie tat er hat sie immer geliebt.

Nun die Unzufriedenheit meiner Mutter trug dazu bei, dass mein Vater dann und wann ( er war nie Alkoholiker und hat auch nie sein Gehalt versoffen ) einen über den Durst trank was zu viele Spannungen führte,
diese wiederum ließ meine Mutter oft an mir aus( ich bin meinem Vater sehr ähnlich) was wiederum dazu führte, dass ich aufsässig und motzig wurde. Letztendlich bin ich mehrfach von zu Hause wegelaufen.

Meine Mutter hat sich an das Jugendamt gewandt und die hatten nichts Besseres zu tun als meinen Eltern das Sorgerecht zu entziehen und mich in ein Heim zu stecken. Ich kam zuerst in ein offenes Heim nach Obererlenbach in die Steinmühle. Dort blieb ich nicht denn ich bin auch dort weggelaufen und zwar schnurstracks nach Hause denn bei allen Querelen war mein Zuhause immer noch besser als ein Heim.

Nachdem mich dann das Jugendamt mit Gewalt in Form der Polizei wieder zuhause abholte, verlegte man mich nach Guxhagen in das alte Kloster - dessen Chefin Frau Junkermann war. Es war der Horror..........so nun habe ich mehr geschrieben als ich wollte aber es tut auch gut dies mal nieder zuschreiben. Wie es weiter ging beim nächsten Mal.


Liebe Grüße

London

Klaus-alt
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Re: Verwahrlost oder einfach nur jugendlich rebellisch.....

Beitragvon Klaus-alt » Mo 22. Nov 2010, 06:44

Geschrieben: 26.02.2010 18:32
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Hallo London

Ich finde es einfach super, wie Du Dich hier gleich einbringst. :icon_gruss
Wenn nur mehr Betroffene diesen Mut finden würden.

Tja, dass Mütter und Väter nicht mehr mit ihren Kindern (warst Du da nicht schon 18 Jahre alt??? !! :icon_schock zurecht kommen, dass kenne ich auch zur Genüge, wenngleich meine Erfahrungen zu einem weit früherem Alter zurückreichen und auch später weder einen Zugang zu den Eltern noch Geschwistern finden konnte.
Tja, Heimerfahrungen wirken in Familien in ähnlicher Weise trennend,
wie nahezu jede Familie mit Missbrauchshintergründen auseinanderbricht.
Ich freue mich mehr von Dir zu erfahren.
Mit freundlichen Grüßen nach London :icon_freu
Klaus

anonym-alt
Beiträge: 62
Registriert: Do 18. Nov 2010, 21:37

Re: Verwahrlost oder einfach nur jugendlich rebellisch.....

Beitragvon anonym-alt » Mo 22. Nov 2010, 06:45

Geschrieben: 30.07.2010 14:00
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Hallo,

ich bin eine Mutter, die mit ihrem Kind "nicht mehr fertig wird".
Es ist alles so traurig was meiner Familie wiederfahren ist, dass ich seit gestern am Sinn meines Lebens zweifle.

Ich habe mein Kind an die staatlichen Institutionen verloren... weil ich gestern aufgegeben habe. Nach jahrelangen Querelen mit dem JA bin ich am Ende meiner Kraft. Mein Kind hat sich gegen mich entschieden.

Kann nur allen Müttern und Vätern den Rat geben sich nie nimmer an das JA zwecks Hilfe zu wenden. So viele Eltern haben dadurch ihre Kinder verloren.


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