Die Bildung der Volksseele im Spiegel von Reaktionen, auf die sinnlose Tötung einer zweifachen Mutter.

Es ist überaus interessant zu sehen, wie viele Menschen sich innerhalb kürzester Zeit zum tragischen Tod einer zweifachen Mutter geäußert haben,
siehe Link: http://meinungen.web.de/forum-webde/post/645400?sp=0

die durch einen Holzklotz, der von einer Brücke herabgeschmissen und dabei durch die Windschutzscheibe ihres fahrenden Autos hindurch erschlagen wurde.

Natürlich empfinde ich gegenüber den betroffenen Familien tiefes Mitgefühl und möchte Ihnen wünschen, dass sie eines Tages trotz dieses sinnlosen Schicksalsschlages, wieder zu einer angemessenen Lebensfreude zurückfinden werden.

Was mir bei der dargestellten Diskussionen sofort auffällt ist, in welch erschreckender Einfalt über dieses höchst bedauernswerte Einzelschicksal, sich hier Emotionen entladen haben und über Strafzumessungen debattiert wird, dessen Niveau meiner Ansicht nach sehr eindrucksvoll den bildungsbedingten Notstand innerhalb unserer Gesellschaft nachweist.
Zumal erkennbar wird, wie sich die "Massen" mit diesem Einzelfall identifizieren, während zu der täglichen Not und Problemen in unserem Land noch immer weitgehend geschwiegen wird.
Manche würden gar die Eltern solcher Täter mit haftbar machen, wie auch der Ruf nach stärkerer Überwachung, Erziehung und Respekt deutlich hörbar wird.

Wenn diese Empörung des Unfassbaren gleichermaßen die Verantwortlichen treffen würde, die für die zunehmende Verarmung und unwürdige Versklavung unserer Gesellschaft verantwortlich sind, in deren Folge jede Woche durchschnittlich 2-3 Kinder an Gewalt oder Vernachlässigung sterben, tausende Kinder misshandelt, missbraucht und der Verwahrlosung überlassen werden, dann wären vermutlich längst bessere Zustände in diesem Land herbeigeführt worden.

Aber nein, vielleicht auch aus der Angst heraus, selbst einmal aus unserer Lethargie erwachen zu müssen, sind wir blind geworden gegenüber der täglichen Gewalt und zunehmendem Verlust an verbindlichen Ordnungswerten, die in erster Linie in eigener und sozialer Verantwortungsbereitschaft fußen sollte.

Um hier ein entsprechende Sensibilisierung, bzw. Veränderung zu erreichen, bemühe ich mich seit einiger Zeit mit der Idee, die Einführung eines gewaltpräventiven, eigen und sozialverantwortungsbildenden und vor allem elternvorbereitenden Pflichtschulfach einzufordern. Siehe Ziele.

Meine bisherigen Erfahrungen:
weitgehendes Schweigen politischer Vertreter/innen, wie auch von Fachleuten aus Sozialwesen und Forschung.
Meinem Eindruck nach ist die herrschenden Klasse weitgehend darauf ausgerichtet, eigene Interessen zu schützen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen die allein dem erfolgreichen Vorwärtskommen der eigenen Kinder dienen.
Dies ist ja durchaus verständlich, wenn dabei die gesellschaftliche Chancengleicheit gewahrt würde. Doch genau daran mangelt es zusehend.

So werden Kinder der wohlhabenden Oberschicht durch die unübersehbare Bevorzugung im Ausbau und Ausgestaltung gymnasialer Schulen privilegiert. Soll heißen, viele Gymnasien verfügen über exzellente bauliche und technische Ausstattungen, wie EDV-Räume, Sprach-Fotolabor, Mehrzweckturnhallen auf höchsten Niveau, während es für viele Hauptschulen der Arbeiterklasse nicht mal mehr zu einem popeligen Laminiergerät reicht.
Hier wird klar ersichtlich wer und wie gesellschaftliche Prioritäten gesetzt werden.

Dem tragen staatsverantwortliche Regierungskräfte auch in abwärtsgerichteten Besoldungsstufen der Lehrkörper Rechnung, obwohl die Belastungen für Lehrer in Hauptschulen deutlich höher ausfallen dürften.

Hiermit erweist sich meine Forderung als durchaus nachvollziehbar, wie dringend notwendig eine inhaltliche Umgestaltung bestehender Lehrpläne ist, damit allen Menschen wieder echte Bildung zuteil wird, die unsere Kinder und Eltern von morgen zu urteilsfähigen, selbst- und sozialverantwortlichen handelnden Menschen bildet.
Denn in der Misshandlung und Verwahrlosung von Kindern erkenne ich einen deutlichen Anteil, der solch unglückseligen Handlungen wie sie unten beschrieben und oben leidenschaftlich diskutiert wurden/werden zumindest als Mitursache derart hervorgerufener Tragödien an.

Hier sind wir alle gefordert uns für eine nachhaltige Umgestaltung unserer Gesellschaft einzusetzen, indem wir von staats und sozialverantwortlichen Kräften ein Umdenken fordern, oder ihr aufgesetztes Lächeln vor anstehenden Wahlen mit gleicher Konsequenz quittieren, wie sie die Bedürfnisse der breiten Bürgerschicht ignorieren.

Es wäre schön, wenn sich noch viele verantwortungsbewusste Personen an der Verbreitung der Idee zur Einführung eines neuen Schulfaches beteiligen würden, denn je mehr Stimmen lauter werden, desto größer wachsen die Chancen gehört und ernst genommen zu werden. Also bitte mitmachen, statt im Abseits zu stehen!

 

Und hier der dazugehörende Artikel:

Meldung vom 25.03.2008
Tödlicher Holzklotz-Wurf: Zeugen sahen Verdächtige

Oldenburg (dpa/afp) - Nach dem tödlichen Wurf eines Holzklotzes von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat die Polizei noch keine heiße Spur von dem oder den Tätern. Eine 22-köpfige Mordkommission arbeite mit Hochdruck an dem Fall, sagte ein Sprecher. Ermittlerteams seien immer noch unterwegs, um Besucher nahe gelegener Osterfeuer sowie Anwohner zu ihren Beobachtungen um den Tatzeitpunkt zu befragen.

Der sechs Kilogramm schwere Holzklotz hatte am Sonntagabend eine 33 Jahre alte Mutter in einem Auto vor den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder getötet.

Die Mordkommission geht nach Angaben des Sprechers auch Hinweisen von Autofahrern nach, die etwa eine halbe Stunde vor der Tat mehrere Personen auf der Autobahnbrücke gesehen haben wollen. Dies müssten aber nicht unbedingt die Täter gewesen sein.

Der Holzklotz bislang unbekannter Herkunft werde vom Landeskriminalamt in Hannover genauer analysiert. Um mögliche Fingerabdrücke sichern zu können, sei zudem das Geländer der Autobahnbrücke "abgepinselt" worden. Ob es dort verwertbare Spuren gebe, sei aber noch unklar, sagte der Polizeisprecher. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, hatten die Ermittler bereits am Ostermontag eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg lobte nun für sachdienliche Hinweise weitere 3.000 Euro Belohnung aus.

Das Opfer war gemeinsam mit Mann und Kindern aus dem Osterurlaub gekommen und auf dem Heimweg in den Landkreis Warendorf (Westfalen) gewesen, als der Holzklotz die Windschutzscheibe durchschlug. Er war von der Brücke über der A 29 zwischen Oldenburg-Nord und Ohmstede geworfen worden. Die 33-Jährige erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen.
Ihr 36-jähriger Ehemann am Steuer des Wagens erlitt ebenso wie die beiden Kinder auf der Rückbank einen schweren Schock. Die siebenjährige Tochter blieb ebenso wie ihr Vater körperlich unversehrt, der neunjährige Sohn erlitt durch umherfliegende Splitter eine leichte Schnittverletzung unter dem rechten Auge.
Die Familie wird weiter von Seelsorgern und Polizeibeamten betreut.

Quelle:
http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/panorama/gewalt/5611702.html

Besucher/innen die sich hierzu äußern möchten, können dies gern im Forum tun, wo ich dieses Thema zur Diskussion gestellt habe.

Nachtrag

Um diesen Eintrag sinnvoll abzurunden, habe ich unten einen Link eingefügt, der zum einen der Opferfamilie gerecht wird, die in der Ergreifung und Aburteilung des Täters ein Stück weit Genugtuung empfinden und damit wieder leichter zurück zur Normalität finden mögen.
Auf der anderen Seite ist mir daran gelegen die erschreckende Banalität vor Augen zu führen, die solchen Schicksalsschlägen oft zugrunde liegt.
Denn hätte der Täter für sich bessere Lebensperspektiven gefunden bzw. für sich selbst mehr Eigenverantwortung wahrgenommen, wäre der Opferfamilie der Verlust von Mutter und Ehefrau sehr wahrscheinlich erspart geblieben.

http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/holzklotz162.html

 

Weiter bitte ich zu entschuldigen, dass die ersten Links über das Webportal www.web.de nicht mehr funktionieren.
Offensichtlich geht es bei Web.de nur darum mit reißerischen Veröffentlichungen möglichst werbeeinträgliche Klicks zu erzielen.
Ich bedauere dies in diesem Fall sehr, dass die hundertfachen Leserreaktionen nicht archiviert wurden.