
Meine
Güte, wenn sich selbst sogenannte Fachverbände keine Mühe
mehr machen Ursachen und Wirkungen zu hinterfragen, dann wundert mich kaum
mehr, warum es so schwierig ist, notwendige Korrekturen in unserem Bildungswesen
durchzusetzen.
Und dies, obwohl jüngst erst externe Experten sowohl den Bayerischen,
wie auch Hessischen Staatsregierungen drastische Schulreformforderungen
ins Stammbuch geschrieben haben.
Siehe
Bericht Bayer
Siehe
Bericht Hessen
Diese dringlichen Forderungen wurden jedoch von verantwortlichen Stellen
mit ähnlichem Nachdruck abgewiesen.
Der normale Bürger greift sich da an den Kopf, weil nicht nachvollziehbar
wird, warum erst externe Experten zu einer Überprüfung eingeladen
werden, wenn erkannte Mängel anschließend mit dem Betonargument,
"doch lieber beim Bewährten festhalten zu wollen", übergebügelt
werden???
Nun, ich begreife es genauso wenig. Es sei denn öffentliche Bildung soll sich nur noch auf den Wirtschaftsanspruch beschränken, dem Großkapital bereist vorsortierte und unkritische Arbeitssklaven zuzuführen.
Anlass
meiner Verärgerung ist der konkret Fall, dass ich der publizierten
Argumentation
des Baden-Württembergischen Landesverband für Bildung und Erziehung
(VBE) entgegentrat,
Gewaltspiele seien ursächlich für Gewalteskalationen von Jugendlichen
verantwortlich.
Dies habe ich in meinem Schreiben (siehe unten) auch detailliert und nachvollziehbar
zu erklären versucht.
Doch statt
inhaltlich auf die dargelegten Argumente einzugehen, bekam ich eine dürre
abweisende Antwort mit zwei empfohlenen Links zurück. Deren Inhalt
im Ergebnis zweier externer Umfrageergebnisse teils beträchtlichen
Umfangs bestand.
Wer sich diese Links betrachtet LINK1
+ LINK2
wird feststellen, dass diese in Wahrheit nur Symptome beleuchten,
die viele tiefer liegenden Ursachen jedoch noch immer unberücksichtigt
ließen.
Wem sollen diese Nebelkerzen dienen, frage ich mich?
Die Umfrageergebnisse werden meiner Ansicht nach kaum dazu beitragen das
Leid von Kindern oder Leistungsstress jugendlicher Schüler/innen abzubauen.
Wenn sich demnach selbst sogenannte Fachverbände so leichtfertig und nachlässig mit den tieferen Ursachen gesellschaftlicher Schieflagen befassen, dann brauchen wir uns wirklich nicht mehr über die zunehmende soziale Verelendung in unserem Land wundern.
Armes
Deutschland kann man dazu nur sagen.
So hier der Brief an den Landesverband für Bildung und Erziehung in
Baden-Würtemberg
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Sehr geehrter Herr Gomolzig (Pressesprecher) Ich habe gerade Ihre Erklärungsversuche im Internet bezüglich Amoklauf/Gewaltbereitschaft in Verbindung fehlender Nestwärme und Gewaltspielen gelesen und kann nur ungläubig den Kopf über die ins Kraut wachsenden Theorien schütteln, die landauf landab von Experten zu diesen Vorgängen veröffentlicht werden. Gerade von einem Erziehungs- und Bildungsverband hätte ich zu solchen Fragen mehr Sachlichkeit und Kompetenz erwartet. Genau diese Attribute vermisse ich indes in Ihrer Veröffentlichung, oder sollte diese nur dazu dienen, Ihren Verband öffentlichkeitswirksam zu präsentieren? Bereits
der Eingangssatz, in dem es heißt: Nicht alle Fans von
Gewaltvideos und Spielen drehen irgendwann mal durch entbehrt
jeder sachlichen oder pädagogischen Grundlage. Es
ist mir ohnehin unbegreiflich, woher hier jeder angebliche Experte
im Land den Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und Gewaltspielen
erkennt? Die
Problematik, die eigentlich hinter PC-Spielen steht, und zwar ganz
gleich ob es sich um gewalttätige, oder gewaltfreie Spiel handelt,
ist meiner Ansicht nach vor allem in der Isolation verbunden, mit
der besonders Jungen in spielerischer Art ihren angeborenen Jagdtrieb
nachgehen. Trotz der gegenwärtig ungünstigen Entwicklungen, sehe ich große Chancen, diesen Tendenzen durch ein modifiziertes Bildungsangebot erfolgreich gegensteuern zu können. Jedoch
vermisse ich gerade hier von Fachverbänden entsprechende Forderungen
gegenüber sozialen und politischen Entscheidungsträgern. In
diesem Sinne verbleibe ich Klaus Klüber. |
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Interessenlosigkeit
des Landesverband Erziehung und Bildung Baden-Württemberg
am Thema Gewaltentwicklung und mögliche Prävention |
Die
Antwort fiel dürr und für meine Begriffe erschreckend desinteressiert
aus.
Als Antwort eines Bildungsverbandes einfach nur beschämend.
Sehr geehrter Herr Klüber,
vielen Dank für Ihre Mail.
Zu Ihrer Information füge ich zwei Artikel von unabhängigen Untersuchungen
zum Thema
aus der Waiblinger Kreiszeitung vom 19.03.09 an.
Landesweit erschienen ähnlich lautende Artikel.
Mit freundlichem Gruß
Michael Gomolzig
VBE-Pressesprecher
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