
Wenn nachstehend
von "Folgen" die Rede ist, dann beziehen sich diese zunächst
auf alle Menschen, die in ihrer Kindheit/Jugend widrigen Verhältnissen
ausgesetzt waren.
Abhängig vom Zeitpunkt ihrer Vernachlässigungs-, Gewalt-, sowie
Missbrauchserfahrungen und deren Begleitumständen, tragen Kinder gewöhnlich
mehr oder weniger ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten davon,
die sie zum Teil zeitlebens an der Entfaltung breiter Lebensfreude behindern.
Denn von Waisen
und politisch-ideologisch motivierten Heimeinweisungen abgesehen, waren
und sind auch heute noch die meisten Heimzuweisungen auf schwer zerrüttete
Familienverhältnisse zurückzuführen. Familienverhältnisse,
in denen grundlegende Bedürfnisse von Kindern, nach förderlicher
Aufmerksamkeit, Spiel, und vor allem liebevoller Zuwendung, wie auch Versäumnisse
Grenzen zu setzen, durch überforderte und ablehnende Eltern/Elternteilen
eklatant verletzt wurden/werden.
Welche Martyrien da Kinder zum Teil überleben müssen, bis der
Zufall sie aus ihrer familiären Hölle herauslöst, ist manchmal
geradezu unvorstellbar. Siehe Rubrik Erfahrungen oder auch die in meinem
Forum gesammelten Medienberichte.
Bereits
das Lesen von Misshandlungsberichten stellt uns Erwachsene gewöhnlich
auf eine harte Probe.
Wie sehr müssen
da erst die betroffenen Kinder leiden, von denen in diesen Zeilen die Rede
ist?
Hin und wieder greifen Medien das eine oder andere Einzelschicksal auf, doch in der Regel bleibt es um solche Kinder still. Sie merken aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten oft nicht einmal, was mit ihnen passiert. Sie spüren wohl den Schmerz der unrechten Behandlungen, fühlen sich aber durch vorausgegangene Herabwürdigungen für die aufbrausenden Gewaltausbrüche, oder erniedrigenden Verbalattacken auch dann schuldig, wenn sie dazu gar keinen Anlass geboten haben.
Dies ist
gut nachvollziehbar, da Gewalt, oder Vernachlässigung gegen Kinder
oft über längere Zeiträume verläuft, in denen Gewaltintervalle
kürzer werden, während die Gewaltintensität kontinuierlich
zunimmt. Das geht so weit, bis misshandelnde Eltern aus den Folgereaktionen
ihrer Kinder in einem selbstverleugnenden Prozess sogar die Notwendigkeit
ihrer Gewalt rechtfertigen und darauf aufbauend in späteren Verteidigungsfällen
jede Verantwortung von sich weisen.
Denn selbstverständlich bleiben physische oder psychische Gewalttaten
nicht folgenlos. Wenngleich einem kleinerem Kind noch alle Möglichkeiten
fehlen, den Spagat zwischen ihren geliebten und dennoch schmerzbereitenden,
oder abweisenden Bezugspersonen irgendwo sinnvoll einzuordnen.
Während sich ältere
Kinder zunehmend zurückziehen, suchen jüngere Kinder umso verzweifelter
die Aufmerksamkeit ihrer geliebten Eltern auf sich zu lenken, worauf viele
giftige Eltern mit noch schrofferen Zurückweisungen reagieren - müssen,
- um ihr eigenes Gewissen und Mitgefühl dauerhaft überwinden zu
können.
So empfinden Kinder, Zeiten in denen sie nicht misshandelt werden und wenigsten
in der Nähe ihrer Bezugspersonen geduldet werden, bereits als liebvolle
Zuwendung. Nach außen, wie z.B. in der Schule fallen sie als recht
stille Kinder auf, an denen just jene Kinder ihr beschädigtes Selbstbewusstsein
stählen, die von Haus aus ebenfalls kaum anerkennende Aufmerksamkeit
erhalten.
Zeit der Fremde,
des Suchens,
der Einsamkeit,
des Strauchelns,
des Aufstehen,
der Zweifel,
der Flucht,
des Stillstands,
der Entbehrungen,
der Mauern,
der Stille,
des Kampfes,
der Auszehrung,
des Erwachens,
der Bitternis,
der Resignation,
des Trostes
des Widerstands,
der Hoffnung,
der Träume,
der Fröhlichkeit,
des Glücks,
der Freude,
des Ankommens,
Morgenrot am Anfang und Ende des Kreises, pulsierender
Herzschlag, der Leben verheißt.

Elterliche
Zurückweisungen, zumal wenn sie sich über längere Zeiträume
fortsetzten, können sich auf Kinder und ihrem späterem Erwachsenenleben
verheerend auswirken.
Denn diese Zurückweisung hinterlassen besonders bei Kindern brennende
Seelenqualen.
Es sind schmerzhafte Niederlagen, nicht angenommen, geliebt, akzeptiert,
oder aus der familiären Gemeinschaft ausgegrenzt zu werden.
Erwachsene können mit Niederlagen, Ablehnung und dergleichen, aus welchen
Beziehungen sie auch hervorgehen mögen, noch einigermaßen umgehen.
Den Schmerz einigermaßen aushalten, oder destruktiven Beziehungen
aus dem Weg gehen.
Elternabhängigen Kindern ist dieser Ausweg jedoch verschlossen!
Sie haben nur ihre Eltern oder elternvertretenden Bezugspersonen, denen
sie vertrauen und ihre uneigennützige Liebe schenken. Denn genau darin
besteht das größte Glück von Eltern, wenn sie in den erwartungsfrohen
Augen ihrer Kinder jene strahlende Liebe erblicken, die nichts fordert,
aber gleichfalls etwas Liebe benötigen, um gedeihen zu können.
Denn Kinder ohne Liebe, ohne Zuwendung, oder Selbstbestätigung verkümmern
genauso wie Pflanzen, die zu wenig Wasser erhalten. Sie trocknen seelisch
aus. In extremen Fällen letztlich auch bis zum physischen Tod.
Wenn demnach sogar
erwachsene Menschen unter emotionalen und sinnesreizenden Entzugserscheinungen
Schaden nehmen, dann dürfte bereits erkennbar werden, wie sehr erst
abhängige Kinder durch Vernachlässigung, Gewalt und Liebesentzug
ihrer giftigen
Eltern gepeinigt werden.
Dieses Wissen ist besonders unter dem Aspekt der auffällig zahlreichen
familiären Opfern im Vorschulalter von besonderer Bedeutung.
Kinder können zwar erstaunlich viel wegstecken, weil jedes lebende
Individuum sehr stark auf Leben - Überleben programmiert ist. Doch
dürfte verständlich geworden sein, dass Menschen, die als Kinder
in größerem Ausmaß Ablehnung erfahren haben, ohne aufmerksame
und fachliche Hilfe ihr Leben lang tiefe seelische Narben und Behinderungen
davontragen werden.
Als sehr markante Folgeerscheinung ist z.B. ein vermeidendes Bindungsverhalten
bekannt. Das heißt, irgendwann beginnen diese Kinder, einem seelischen
Selbstschutz folgend, emotionalen, wie auch physischen Bindungen als schmerzverursachende
Elemente zu misstrauen.
Trauen sich später aus verinnerlichten Ängsten heraus erneut
zurückgewiesen - enttäuscht und damit seelisch verletzt zu werden
kaum noch emotionale Bindungen (attachment)
zu anderen Menschen einzugehen.
Sie werden zu Einzelgängern, die sich reflexartig körperlichen
Berührung zu entziehen versuchen, selbst wenn diese in gutgemeinter
Absicht erfolgen mögen. In ähnlicher Weise sind sie auch emotional
kaum noch für andere Menschen erreichbar, selbst wenn sich ihr Inneres
nach menschlicher Nähe sehnt.

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»Das
Gefühl, es explodiert einem der Kopf. Das Gefühl, die Schädeldecke
müsste eigentlich zerreißen, abplatzen. Das Gefühl,
es würde einem das Rückenmark ins Gehirn gepresst. Das Gefühl,
die Zelle fährt. Man wacht auf, macht die Augen auf: die Zelle
fährt, nachmittags, wenn die Sonne reinscheint, bleibt sie plötzlich
stehen. Man kann das Gefühl des Fahrens nicht absetzen. Rasende
Aggressivität, für die es kein Ventil gibt. Das ist das
Schlimmste. Klares Bewusstsein, dass man keine Überlebenschance
hat. Völliges Scheitern, das zu vermitteln. Besuche hinterlassen
nichts. Eine halbe Stunde danach kann man nur noch mechanisch rekonstruieren,
ob der Besuch heute oder vorige Woche war. Einmal in der Woche baden
dagegen bedeutet: einen Moment auftauen, erholen - hält auch
für ein paar Stunden an - Das Gefühl, Zeit und Raum sind
ineinander verschachtelt...
Ulrike Meinhof in ihrer Zelle |





Dies könnte sich jedoch ändern, wenn wir uns darüber klar werden, wie sehr die gesamte Gesellschaft für die Folgen von Kindesmisshandlungen- Vernachlässigung und Missbrauch einzustehen hat..

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Die oben aufgeführten
Folgen müssen natürlich nicht zwangsläufig auf jeden in gleichem
Maße zutreffen. aber ich denke die eine, oder der andere wird sich
mit Rückblick auf die eigene Biografie in manchen Beschreibungen und
Erfahrungen wiedererkennen.
Dies ist auch ausdrücklich beabsichtigt, damit mehr betroffene Menschen,
die dergleichen lesen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und wissen,
dass sie mit ihren Erfahrungen und Empfindungen bei weitem nicht die Außenseiter
sind, wie sich manche unter uns lange Zeit selbst definiert haben.
Dies trifft in besonderer Weise auf ex-Heimkinder alter Prägung (bis
etwa 1980/90) zu.
Für viele von ihnen, erwies sich ihr Aufenthalt in den überwiegend
konfessionell geführten Fürsorgeanstalten meist umso verheerender
je weiter die Zeit zurückreicht.
Finstere Zeiten in dem bereits vorgeschädigte Kinder mit brutaler Gewalt
und qualvollen Erniedrigungen weiter ihrer Lebensfreude beraubt und deren
Persönlichkeiten verletzt, bzw. gänzlich zerbrochen wurden. Dazu
mehr unter der Rubrik Erfahrungen.
Die zuvor angesprochenen Gesichtspunkte wirken sich daher bei den meisten
von ihnen wie ein Brennglas aus, deren Folgeschäden noch um einige
Stufen stärker in Erscheinung trat, als auch bis in die Gegenwart nachwirkt.
Ob dies heute noch ähnlich empfunden wird, darüber werden hoffentlich
einige künftige Rückmeldungen zu diesen Seiten Aufschluss geben.
Ob sich jemand vorstellen kann, was es heißt den beruflichen Alltag
zu bewältigen und Abend für Abend, über Jahre hinweg niemand
da ist, der/die dich erwartet, oder danach fragt, wie es dir geht?
Niemand, der deine kleinen Freuden oder Sorgen teilt. Du Selbstgespräche
führst, oder den Lautsprecherknopf am Radio-TV- Gerät etwas lauer
drehst, um äußere Lebenszeichen zu erhalten?
Was umso schwerer zu ertragen ist, wenn um dir herum scheinbar das glückliche
Leben pulsiert, deren Menschen im warmen Schoß ihrer Familien aufgefangen
werden, während du im Wissen lebst, dass es durchaus Menschen gibt,
die eigentlich Deine Familie bilden, du jedoch keinen Anteil mehr an ihnen
hast, weil das familiäre Band zwischen den vielen Jahren der Heimaufenthalte
immer dünner und schlaffer geworden und zum Schluss nur noch Wehmut
zurückgeblieben ist?
Du kannst Dir diese Fremde nicht erklären, fühlst dich schuldbeladen
abgeschoben, ausgegrenzt. Schließlich warst du der familiäre
Störfaktor, der entfernt werden musste, um zu lernen was Disziplin,
Ordnung und Rechtschaffenheit ist. Der dazwischen wohl auch mal ein paar
Ferientage zurück zur Familie durfte, um hernach trotz manch distanzierter
Kühle am darauf folgenden Abschiedsschmerz innerlich geradezu zu zerbrechen.
In den darauffolgenden Jahren ähnliche Wiederholungen derartiger Abschiedstorturen
und vergeblicher Hoffnungen, bis Du gelernt hattest, dass es leichter ist,
mit der dauerhaften Trennung zu leben, als innerlich immer wieder erneut
in hellen Flammen zu verbrennen.
Ein Sterben auf Raten, dessen Gefühl auch innerhalb der Heimgemeinschaft
genährt wurde, wenn sich vorsichtig investierte Emotionen gegenüber
dem wechselnden Personal nie als wirklich tragfähig erwiesen. So eine
meiner persönlichen Erfahrungen, in der sich vermutlich auch zahlreiche
andere ex-Heimkinder wiedererkennen werden.
Diese Erfahrungen stellen später, wenn solche Menschen ihre Einsamkeit
zu überwinden suchen, ein fast unüberwindbare Hürde dar,
um jenes tiefe Vertrauen zu entfalten, das als Basis jeder gesunden Partnerschaft
vorausgesetzt werden muss.
Woraus sich in überempfindlichen ex-Heimkinderkreisen von vorschnell
empfundenen Zurückweisungen und Misstrauen entfacht, die außergewöhnlich
hohen Scheidungsraten ableiten lassen, worunter wiederum ihre Kinder zu
leiden haben, die aus solchen Bindungen hervorgegangen sind und dazu beitragen,
jene unheilvollen Voraussetzungen zu schaffen, mit der sich die kaum sichtbaren
Spiralen von Kindesvernachlässigung, Misshandlungen und Missbrauch
auch weiterhin bewegen werden.
Ohne jenem spürbaren
Fundament zu leben,
familiären oder
gesellschaftlichen Rückhalt
Es ist eine der schlimmsten
Folgen, weil sie
über viele Jahre
hinweg mit Schuld- und
belasteten.

Mit dieser Betrachtung
sind noch längst nicht alle Facetten beschrieben, die als Folgen unglücklicher
Familienverhältnisse und daraus resultierender Heimerfahungen aufgezählt
werden könnten, wie z.B. selbstverletzende Handlungen. = ( SVV
) zu denen, Essstörungen, Drogen, Alkoholmissbrauch, wie auch
eine Unzahl psychosomatischer Beschwerden, wie z.B. Panikattacken, dazugehören
dürfte.
Insbesondere machen Betroffenen, wenn sie sich später ihrer einst verdrängten
Drangsalen bewusst werden, im Rahmen posttraumatischer Belastungsstörungen,
besonders ausgeprägte Depressionen, Schlaf- Konzentrationsstörungen
und Leistungsabfall zu schaffen, deren Symptomatik sie zuweilen völlig
aus dem bisherigen Gleichgewicht kippen und mitunter das zwangsläufige
Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess nach sich ziehen kann.
Womit für viele die Fortsetzung persönlicher Demütigungen
verbunden ist, wenn sie sich kurz darauf auf dem verlustreichen Hartz-IV
- Abstellgleis wiederfinden.
Ich denke, dass mit
den zuvor dargelegten Beobachtungen, Erfahrungen und Rückschlüssen
der Kern zahlreicher Tragödien erfasst werden konnte.
Der insbesondere in dem Verlust jener Liebe besteht, die als Kern allen
Lebens und Strebens betrachtet werden muss.
Liebe von jener reinen und vollkommenen Güte, die weder unsere Kinder
verletzt, noch ausgrenzt, oder erwachsenen Menschen darin behindern eine
liebevolle Beziehungen zu einem anderen Menschen aufzunehmen und diese bis
über den Tod hinaus zu bewahren.
Vielen Menschen wird
indes bereits in den ersten Lebensjahren das Fundament späteren Glücks
und Lebensfreude durch eine lieb- und gedankenlose "Fürsorge"
im Kreise ihrer Familien, oder zunehmend alleinerziehenden Elternteilen
entzogen.
Dies muss nicht mal mit der Verrohung gefühlloser Eltern zu tun haben,
sondern dürfte eher auf das fehlende Bewusstsein der Tragweite des
eigenen Handelns zurückzuführen sein, wie auch am Mangel fundierter
Kenntnisse, wie Mütter und Väter fachlich und sachlich richtig
mit ihren eigenen Kindern umzugehen haben.
Hierin besteht meiner Ansicht nach längst überfälliger Handlungsbedarf
und würde mir wünschen, dass mit den dargelegten Fakten dieser
Webseiten immer mehr Menschen sensibilisiert werden, um notwendige Reformen
von sozialpolitisch Verantwortlichen einzufordern, damit endlich etwas zum
nachhaltigen Schutz unserer derzeitigen und künftigen Kinder, wie auch
zum positiven Nutzen für unsere gesamte Gesellschaft getan werden kann.
JEDEM einzelnen Menschen soll es meiner Meinung nach vergönnt sein,
dieses einmalige Leben hier auf Erden, friedsam, selbstgenügsam und
glücklich verbringen zu dürfen.
In welcher Weise dies zu erreichen ist, darüber finden Sie mehr unter
der Rubrik Ziele.

