Wenn nachstehend von "Folgen" die Rede ist, dann beziehen sich diese zunächst auf alle Menschen, die in ihrer Kindheit/Jugend widrigen Verhältnissen ausgesetzt waren.
Abhängig vom Zeitpunkt ihrer Vernachlässigungs-, Gewalt-, sowie Missbrauchserfahrungen und deren Begleitumständen, tragen Kinder gewöhnlich mehr oder weniger ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten davon, die sie zum Teil zeitlebens an der Entfaltung breiter Lebensfreude behindern.
Denn von Waisen und politisch-ideologisch motivierten Heimeinweisungen abgesehen, waren und sind auch heute noch die meisten Heimzuweisungen auf schwer zerrüttete Familienverhältnisse zurückzuführen. Familienverhältnisse, in denen grundlegende Bedürfnisse von Kindern, nach förderlicher Aufmerksamkeit, Spiel, und vor allem liebevoller Zuwendung, wie auch Versäumnisse Grenzen zu setzen, durch überforderte und ablehnende Eltern/Elternteilen eklatant verletzt wurden/werden.
Welche Martyrien da Kinder zum Teil überleben müssen, bis der Zufall sie aus ihrer familiären Hölle herauslöst, ist manchmal geradezu unvorstellbar. Siehe Rubrik Erfahrungen oder auch die in meinem Forum gesammelten Medienberichte.

Bereits das Lesen von Misshandlungsberichten stellt uns Erwachsene gewöhnlich auf eine harte Probe.
Wie sehr müssen da erst die betroffenen Kinder leiden, von denen in diesen Zeilen die Rede ist?

Hin und wieder greifen Medien das eine oder andere Einzelschicksal auf, doch in der Regel bleibt es um solche Kinder still. Sie merken aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten oft nicht einmal, was mit ihnen passiert. Sie spüren wohl den Schmerz der unrechten Behandlungen, fühlen sich aber durch vorausgegangene Herabwürdigungen für die aufbrausenden Gewaltausbrüche, oder erniedrigenden Verbalattacken auch dann schuldig, wenn sie dazu gar keinen Anlass geboten haben.

Dies ist gut nachvollziehbar, da sich Gewalt, oder Vernachlässigungen gegen Kinder oft über längere Zeiträume erstrecken, in denen Gewaltintervalle kürzer werden, während die Gewaltintensität kontinuierlich zunimmt. Das geht so weit, bis misshandelnde Eltern aus den Folgereaktionen ihrer Kinder in einem selbstverleugnenden Prozess sogar die Notwendigkeit ihrer Gewalt rechtfertigen und darauf aufbauend in späteren Verteidigungsfällen jede Verantwortung von sich weisen.
Denn selbstverständlich bleiben physische oder psychische Gewalttaten nicht folgenlos. Wenngleich einem kleinerem Kind noch alle Möglichkeiten fehlen, den Spagat zwischen ihren geliebten und dennoch schmerzbereitenden, oder abweisenden Bezugspersonen irgendwo sinnvoll einzuordnen.

Während sich ältere Kinder zunehmend zurückziehen, suchen jüngere Kinder umso verzweifelter die Aufmerksamkeit ihrer geliebten Eltern auf sich zu lenken, worauf viele giftige Eltern mit noch schrofferen Zurückweisungen reagieren - müssen, - um ihr eigenes Gewissen und Mitgefühl dauerhaft überwinden zu können.
So empfinden Kinder, Zeiten in denen sie nicht misshandelt werden und wenigsten in der Nähe ihrer Bezugspersonen geduldet werden, bereits als liebvolle Zuwendung. Nach außen, wie z.B. in der Schule fallen sie als recht stille Kinder auf, an denen just jene Kinder ihr beschädigtes Selbstbewusstsein stählen, die von Haus aus ebenfalls gravierende Anerkennungsdefizite aufweisen.

Die Zeit danach?

Zeit der Fremde,
des Suchens,
der Einsamkeit,
des Strauchelns,
des Aufstehen,
der Zweifel,
der Flucht,
des Stillstands,
der Entbehrungen,
der Mauern,
der Stille,
des Kampfes,

Morgenrot am Anfang und Ende des Kreises, pulsierender Herzschlag, der Leben verheißt.


der Auszehrung,
des Erwachens,
der Bitternis,
der Resignation,
des Trostes
des Widerstands,
der Hoffnung,
der Träume,
der Fröhlichkeit,
des Glücks,
der Freude,

des Ankommens,

©: Diana Müller / pixelio.de

Elterliche Zurückweisungen, zumal wenn sie sich über längere Zeiträume fortsetzten, können sich auf Kinder und ihrem späterem Erwachsenenleben verheerend auswirken.
Denn diese Zurückweisung hinterlassen besonders bei Kindern brennende Seelenqualen.
Es sind schmerzhafte Niederlagen, nicht angenommen, geliebt, akzeptiert, oder aus der familiären Gemeinschaft ausgegrenzt zu werden.

Erwachsene können mit Niederlagen, Ablehnung und dergleichen, aus welchen Beziehungen sie auch hervorgehen mögen, noch einigermaßen umgehen. Den Schmerz einigermaßen aushalten, oder destruktiven Beziehungen aus dem Weg gehen.

Elternabhängigen Kindern ist dieser Ausweg jedoch verschlossen!
Sie haben nur ihre Eltern oder elternvertretenden Bezugspersonen, denen sie vertrauen und ihre uneigennützige Liebe schenken. Denn genau darin besteht das größte Glück von Eltern, wenn sie in den erwartungsfrohen Augen ihrer Kinder jene strahlende Liebe erblicken, die nichts fordert, aber gleichfalls etwas Liebe benötigen, um gedeihen zu können. Denn Kinder ohne Liebe, ohne Zuwendung, oder Selbstbestätigung verkümmern genauso wie Pflanzen, die zu wenig Wasser erhalten. Sie trocknen seelisch aus. In extremen Fällen letztlich auch bis zum physischen Tod.

Dieses Phänomen ist weithin unter dem Begriff Hospitalismus, als Folge andauernder emotionaler Vernachlässigung bekannt. Daran erkranken und sterben nicht nur Kinder, sonder nahezu jeder erwachsene Mensch, dem über längere Zeiträume emotionale Fürsprachen und lebensbejahende Umweltreize entzogen werden. Siehe auch dieser bemerkenswerte Fachaufsatz.
Dieses "Fachwissen" haben insbesondere deutsche "Ärzte" und "Wissenschaftler" zur Perfektion gebracht und stellt ein perfiden Exportschlager höchst verachtenswertem geistigen Know-Hows dar.
Wie z.B. deren Umsetzung in türkischen Hochsicherheitsgefängnissen, Siehe diese: Rezension. in dessen Isolationszellen (F-Typ-Zellen) Häftlingen in wohldosierter Weise die Persönlichkeit und Gesundheit gebrochen wird.
Siehe auch Erfahrungen, der einstigen RAF-Gefangenen, die ebenfalls unter ihren Isolationshaftbedingungen nachhaltige Schäden erlitten. siehe www.rafinfo.de unter Begriffe - Isohaft

Wenn demnach sogar erwachsene Menschen unter emotionalen und sinnesreizenden Entzugserscheinungen Schaden nehmen, dann dürfte bereits erkennbar werden, wie sehr erst abhängige Kinder durch Vernachlässigung, Gewalt und Liebesentzug ihrer giftigen Eltern gepeinigt werden.
Dieses Wissen ist besonders unter dem Aspekt der auffällig zahlreichen familiären Opfern im Vorschulalter von besonderer Bedeutung.
Kinder können zwar erstaunlich viel wegstecken, weil jedes lebende Individuum sehr stark auf Leben - Überleben programmiert ist. Doch dürfte verständlich geworden sein, dass Menschen, die als Kinder in größerem Ausmaß Ablehnung erfahren haben, ohne aufmerksame und fachliche Hilfe ihr Leben lang tiefe seelische Narben und Behinderungen davontragen werden.

Als sehr markante Folgeerscheinung ist z.B. ein vermeidendes Bindungsverhalten bekannt. Das heißt, irgendwann beginnen diese Kinder, einem seelischen Selbstschutz folgend, emotionalen, wie auch physischen Bindungen als schmerzverursachende Elemente zu misstrauen.
Trauen sich später aus verinnerlichten Ängsten heraus erneut zurückgewiesen - enttäuscht und damit seelisch verletzt zu werden kaum noch emotionale Bindungen (attachment) zu anderen Menschen einzugehen.
Sie werden zu Einzelgängern, die sich reflexartig körperlichen Berührung zu entziehen versuchen, selbst wenn diese in gutgemeinter Absicht erfolgen mögen. In ähnlicher Weise sind sie auch emotional kaum noch für andere Menschen erreichbar, selbst wenn sich ihr Inneres nach menschlicher Nähe sehnt.


©: Michael Werner Nickel / pixelio.de

»Das Gefühl, es explodiert einem der Kopf. Das Gefühl, die Schädeldecke müsste eigentlich zerreißen, abplatzen. Das Gefühl, es würde einem das Rückenmark ins Gehirn gepresst. Das Gefühl, die Zelle fährt. Man wacht auf, macht die Augen auf: die Zelle fährt, nachmittags, wenn die Sonne reinscheint, bleibt sie plötzlich stehen. Man kann das Gefühl des Fahrens nicht absetzen. Rasende Aggressivität, für die es kein Ventil gibt. Das ist das Schlimmste. Klares Bewusstsein, dass man keine Überlebenschance hat. Völliges Scheitern, das zu vermitteln. Besuche hinterlassen nichts. Eine halbe Stunde danach kann man nur noch mechanisch rekonstruieren, ob der Besuch heute oder vorige Woche war. Einmal in der Woche baden dagegen bedeutet: einen Moment auftauen, erholen - hält auch für ein paar Stunden an - Das Gefühl, Zeit und Raum sind ineinander verschachtelt...
Ulrike Meinhof in ihrer Zelle
Oft ist ihnen diese Eigenart nicht mal bewusst. Sondern bereitet ihnen, wenn sie sich als erwachsene Menschen selbstüberwindend auf eine Partnerschaft einlassen konnten, sehr häufig Probleme, wenn sie die körperliche Nähe ihrer Partner/innen nur schwer aushalten können. Allein dieser Umstand führt in Partnerschaften zu ernsten Irritationen, da die "normalen" Partner die Distanzsuche (oder besser verinnerlichten Sicherheitsabstand)
ihrer betroffenen Partner/innen häufig als Hinweis fehlender Zuneigung interpretieren.
Die daraus folgende/n Trennung/en, die von den Betroffenen wiederum als verletzende
Abweisung empfunden werden, bestärken diese in ihrem Gefühl, niemanden trauen zu
dürfen. Eine besonders tragisch Note erhält diese Komponente, wenn aus Partnerschaften
eigene Kinder hervorgegangen sind und ein früh gewaltbetroffener Elternteil erst spät
realisiert, dass ihre unbewussten Abwehrreflexe auch gegenüber den eigenen größer
werdenden Kindern wirksam bleibt.


© Ivan Bliznetsov | Dreamstime.com
Welche Einbußen an Lebensglück und wichtiger Lebensqualität allein mit solchen Behinderungen verbunden sind macht es wert, um auf eine umfassende Verbesserung der Lebensqualität jedes einzelnen Kindes hinzuarbeiten Abhängig von Dauer und Intensität familiärer Gewalt, werden betroffene Kinder häufig durch geistige und körperliche Entwick-lungsverzögerungen, insbesondere aber auch durch gesteigerte Aggressivität auffällig. Denn da Kinder nur über ein eingeschränktes Konfliktlösungspotenzial verfügen, dessen Inhalte ihnen normal durch die Vorbildfunktion der Eltern vermittelt werden sollten, entladen sich ihr Frust und Ängste mangels alternativer Lösungswege nahezu regelmäßig in hoher Aggressivität gegen sich selbst, materiellen Dingen, wie auch gegen schwächere Kinder oder Tiere.
Diese Aggressivität erhält zusätzlichen Vorschub, da in vergifteten Elternhäusern, zumindest gegenüber misshandel-ten, oder vernachlässigten Kindern meist nur eine beschränkte Dialogbereitschaft besteht.
Da diesen betroffenen Kindern gewöhnlich nur spärliche außerfamiliäre Kontakte erlaubt werden, in denen sie im Spiel mit anderen Kindern soziale Kompetenzen erlernen, fehlen ihnen später häufig kommunikative, bzw. diploma-tische Fähigkeiten, um angemessen auf Herausforderungen ihrer Umwelt zu reagieren.

Amokläufe der jüngeren Zeit, wie in Erfurt 2002 (17 Tote) und Winnenden 2009 (16 Tote) belegen ziemlich
eindeutig, die unausgereiften Fähigkeiten dieser Menschen mit ihrer Umwelt spannungsfrei und lösungsorientiert zu kommunizieren. Gottlob bleiben derart exzessiven Spitzen traurige Ausnahmefälle.
Davon sind bei weitem nicht nur Kinder betroffen, die aggressiver familiärer Gewalt ausgesetzt sind. Nein, darunter fallen auch Personen, in deren Familien zu wenig aufeinander eingegangen wird. Die statt miteinander zu kommuni-zieren z.B. zuviel sprachlose Zeit vor dem Fernseher oder PC verbringen.
So tragen die vorgenannten Faktoren zu konfliktträchtigen Missverständnissen bei.
Missverständnisse die solche Menschen schnell als Angriff gegen sich deuten und darauf mit niederschwellig rechthaberischen Verteidigungshaltungen antworten. Dieses Verhalten ist zudem von auffälligen Rechtfertigungsbemühungen begleitet, wie sie Menschen mit in sich selbst ruhenden Selbstvertrauen kaum benötigen.
Genausowenig wie jener erkennbaren Rastlosigkeit mit der kindheitsgeschädigte Menschen erhebliche Anstrengungen aufwenden, um familiäre und gesellschaftliche Anerkennung zu finden.
Dies mag im Arbeitsumfeld noch nicht mal besonders auffallen, wenn diese anpassungsbemühten Menschen durch betonte Leistungsbereitschaft glänzen. Privat hingegen, macht sich dieser Profilierungsdrang recht negativ durch frühzeitige Überschuldungstendenzen bemerkbar. Ein Teufelskreis aus dem viele nie mehr herausfinden, wenn sie mit immer neuen Aufwendungen darum bemühen sind, wenigstens nach außen hin den Schein einer erfolgreichen Lebensführung herauszustellen, deren unerfüllbaren Vorgaben sie zum Teil aus verklärenden TV-Familien-Serien beziehen.
Alles Anstrengungen, die dem weitgehend unbewussten Bemühen dienen, Anerkennung zu finden, die sie, so paradox es klingt, oft gar nicht annehmen können, weil durch ihre stets latent vorhandene Unsicherheit, nahezu jede entgegengebrachte Wertschätzung in Frage gestellt wird, bzw. sie nach eigenem Selbstverständnis ihre eigenen Leistungen weniger anerkennenswert erachten.
Damit wiederholen sie unbewusst Muster, die ihnen von klein auf ihre Nichtswürdigkeit verinnerlichten.
Erst wiederholte und ausdrückliche Bestätigungen verschaffen ihnen die Sicherheit, um sich selbst
und ihre Leistungen annehmen zu können.
Arbeitgeber werden ihre helle Freude an solchen Mitarbeitern haben, die im Gegensatz zu ihrem
Pendant aus intakten Kinderstuben, viel eher die Bereitschaft mitbringen, für einige wohlwollenden
Gesten, leistungsmäßig über sich selbst hinauszuwachsen. Denn grundsätzlich gilt:
Menschen mit gesunden Selbstbewusstsein, wissen um ihrer selbst Willen Grenzen zu setzen.
Menschen mit fehlendem Selbstbewusstsein tun sich dagegen schwer ihre eigenen Interessen zu schützen.

Dies bezieht sich sowohl in beruflicher Hinsicht, in der ihre Bereitwilligkeit, oder "Dummheit" nicht NEIN sagen zu können, oft zu ihrem finanziellen Nachteil ausgenutzt wird, wie auch auf privater Ebene, in der sie mangels klarer Abgrenzungsfähigkeiten auch leichter zu Opfern sexueller Übergriffe werden können.
Aus dieser Persönlichkeitsschwäche, die sich die Betreffenden natürlich nie aussuchen konnten, wird auch verständlich, warum Menschen mit sogenannter schwieriger Kindheit besonders gefährdet sind, um in ein kriminelles Milieu, oder ideologische fragwürdige Randgruppen abzurutschen.

Dafür wird in erster Linie die konspirative Gruppendynamik innerhalb solcher Kreise beitragen, in der sie manchmal erstmals in ihrem Leben als vollwertiges Mitglied ihrer Umwelt akzeptiert werden und dem Schutz dieser Gruppe förderlich, jene Anerkennung erhalten, die ihnen seitens entfremdeter Familien, durch Arbeitskollegen oder Vereinsgefährten kaum in so offener Weise entgegengebracht würde.
Einmal darin verfangen, finden die meisten nur sehr schwer wieder aus diesen wechselseitigen Abhängigkeiten und Kreisen heraus.
Ähnliches gilt hinsichtlich suchtabhängigen Verhaltens. Für Betroffene oft eine der wenigen Möglichkeiten, um immerhin zeitweilig die Illusion von Zufriedenheit, Erfolg oder Anerkennung zu generieren, wenngleich darauf der umso tiefere Absturz erfolgt. Oder sie suchen den Hype der Hoffnung, ihr inneres Gefängnis der Einsamkeit aufzubrechen, um sich den größten Wunsch nach einer liebevollen Partnerschaft zu erfüllen.
Zu heiraten und jene glückliche Familie zu bilden, die ihnen als Kind so schmerzlich versagt blieb.


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Gerd Altmann / pixelio.de
Tragischerweise wiederholen sich gerade hier an ihren eigenen Kindern oft jene unheilvollen Verhaltensweisen, die ihnen bereits früher aufgrund fehlender Vorbilder und alternativer Erziehungsmustern zum Verhängnis wurden. Indem sie sich verhältnismäßig schnell resignierend von ihren Kindern distanzieren, wenn sich diese nicht gemäß ihren eigenen Idealvorstellungen entwickeln.

Womit nicht gesagt ist, dass sie deshalb gewalttätiger als vergleichsweise andere Mütter und Väter in Erscheinung treten, als vielmehr mit emotionaler Distanz, die zwar äußerlich keine Spuren hinterlässt, sich aber gleichwohl schädigend auf Kinder auswirkt, wenn sie sich nicht mehr angenommen fühlen, oder förderlichen Zuspruch erfahren.
Darüber hinaus wirken sich innerhalb der Ehen oder Partnerschaften jene frühen Lebensbewältigungspraktiken frühgeschädigter Ehepartner/innen in destruktiver Weise aus, die schon als Kinder weitgehend auf sich allein gestellt waren. Sie die einst ihre eigenen Freiheiten, Nischen und Chancen suchen und finden mussten, um ihre Kindheit zu überstehen, spüren in einer partnerschaftlichen Beziehung häufig erstmals die Grenzen ihrer einst notwendigen ichbezogenen Orientierung.
Wenn sie von Haus aus selten die Erfahrung machen konnten, zugunsten der familiären Gemeinschaft zurückstehen zu müssen, dann hilft dieser Aspekt wohl auch zu erklären, warum die meisten von ihnen später erhebliche Schwierigkeiten haben, um Kind und Partnerschaften zu erhalten.
Mir persönlich sind jedenfalls trotz zahlreicher Kontakte zu ehemaligen Heimkindern kaum Paare bekannt, deren erste Ehe noch nicht geschieden worden ist.
Mit dem Zerfall des Experiments Familie, verlieren nicht wenige von ihnen in Unverständnis der eigenen Lage und in Abhängigkeit von Depressionen und/oder alkoholischen Seelentröstern, neben der einst idealisierten Familie mitunter alles, was sie sich zuvor mühsam erarbeitet hatten.
Mitunter arbeits- und obdachlos, verfangen sie sich im Netz sozialamtlicher Abhängigkeiten, zu schwach um sich aus eigener Kraft noch einmal den Anforderungen eines selbstverantwortlichen Lebens zu stellen.
Niemand sieht später in diesen zerzausten und scheuen Menschen, die uns mit ihren wenigen Habseligkeiten als sogenannte Penner auf den Straßen begegnen, dass viele von ihnen bereits in frühen Kinderjahren von ihren gefühl- und verantwortungslosen Eltern/Teilen durch Missachtung kindgerechter Erfordernisse, Misshandlungen, Vernachlässigung und Missbrauch auf ihren beschwerlichen Weg gebracht wurden.

Überhaupt fallen innerhalb dieser Personenkreise enorme Merkmale von unsteter Ziel- und Antriebslosigkeit, wie auch einigen Verwahrlosungstendenzen auf, die als Indiz schleichender Depressionen verstanden werden dürften.
Ja sogar aus Gesichtszügen, lassen sich mit Blick auf stumpf - betrübte Augenpartien, herunterhängende Mundwinkel, tiefere Gramesfalten und insgesamt mürrischen Gesichtszügen so manch schwierige Biografie ablesen. Achtet mal darauf, wie viele Kinder bereits derartige Gesichtszüge aufweisen.

Nahezu müßig um in diesen Kreisen die hohen Depressions- und Suizidraten hervorzuheben, mit dem doch einige versuchen, mit einem finalen Schlusspunkt ihrem tragischen Fehlstart in ein unglückliches Leben ein Ende zu setzen. Dass umso heftiger in ihrem Inneren schmerzt, je mehr glückliche Menschen sich um sie herum befinden, ohne für sich die Chance zu erkennen ebenfalls daran Anteil zu haben. Dies ist besonders aus jenen Statistiken abzulesen, die belegen, das ausgerechnet zu Zeiten, wie Weihnachten oder während des Frühjahres besonders viele Menschen Schluss machen. Nämlich zu jenen Zeiten die als bezeichnende Synonyme familiärer Eintracht und glücklicher Beschwingtheit gelten.

So vergiften, zerschneiden, erschießen, stürzen, verbrennen, erhängen "verunfallen", diese Menschen nicht etwa, weil sie nicht genauso gerne leben würden, wie jeder "normale" Mensch auch, sondern weil sie ihre gegenwärtigen Lebensumständen nicht mehr ertragen können.
Eine unbeschreibliche Tragödie, wenn sich ein jeder von uns daran entsinnt, wie viele wunderschöne Momente das Leben doch immer wieder für uns bereit hält. In denen wir ausgelassen lachen, oder uns der stillen Einkehr erfreuen können. Die warmen Sonnenstrahlen, oder liebevolle Berührungen genießen. Unsere Kräfte im gemeinsamen Spielen messen, oder unsere Fantasie von Musik getragen davon schweben lassen. Ja eben allen angenehmen Dingen, die wir mit unseren verschwenderisch angelegten Sinnen zu erfassen vermögen. Und uns in einem der wichtigsten Lebensmerkmale wünschen, als gleichwertige Menschen von unserer Umwelt anerkannt und bestätigt zu werden.
Leben und Leben zu spüren, wie es in seiner urbarsten Kraft möglich ist.
Im Vergleich zu unserem "normalen" Alltagsempfindungen, mögen diese Dinge zwar nicht so häufig in Erscheinung treten, aber diese Empfindungen bilden das Salz mit der unser Leben erst so richtig geschmackvoll und einzigartig lebenswert wird..
Nicht so für Menschen, die während ihrer Kindheit nachhaltig in ihren Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeiten beeinträchtigt wurden. Sie haben es ungleich schwerer, jene Anerkennung,
Glück und Zufriedenheit zu finden, wie sie vielen behütet aufgewachsenen Menschen
selbstverständlich erscheint.
Schicksale, die durchaus vermeidbar wären, wenn junge Menschen zuvor eingehend auf ihre künftige Elternrolle und Tragweite ihrer Verantwortung und Handlungen vorbereitet würden. Doch ein derartiges Verständnis ist niemanden von uns in die Wiege gelegt worden, deshalb erachte ich aufgrund der eminenten Lebensbenachteiligung misshandelter, vernachlässigter, oder missbrauchter Kinder eine gezielte gesellschaftsfördernde Unterweisung für absolut notwendig. Mehr dazu ist unter der Rubrik Ziel finden

Quelle: Microsoft.com
Bis hierher war nun von der allgemeinen Folgen elterlicher Versäumnisse zu lesen, wie sie in mehr oder weniger starker Ausprägung vorkommen, ohne dass deren Folgesymptomatik einer Heimeinweisung zugrunde liegen musste.
Mit Ausnahme von Waisen, und ideologisch motivierter Kindesentziehungen, wie sie z.B. in den 50-60er in der BRD durch Denunzierung zu freizügig verstandener Lebenswandlungen jugendlicher Menschen verstanden wurden, oder in der ehemaligen DDR, praktiziert wurden, um Erwachsene mangels kommunistischer Linientreue zu maßregeln und deren Kinder gesinnungsmäßig zu instrumentalisieren, stellen Heimkinder demnach die einsame Spitze eines gesamtgesellschaftlichen Problems dar, während der Großteil, vernachlässigter und misshandelter Kinder unerkannt mitten unter uns leben und dieses gemäß den Studienergebnissen (Buchtipp: Das Leben unerwünschter Kinder) auch früher beenden werden, als weniger belastete Vergleichsgruppen.
siehe weitere Studie: Heimkinder sterben früher.
Wir erkennen sie nicht, weil ihre Eltern blendende Fassaden gutbürgerlichen Milieus errichtet haben. Wir erkennen sie nicht, weil belasteten Kindern die Möglichkeiten fehlen, um sich als Opfer wahrzunehmen.
Und letztlich, weil den meisten von uns das Interesse an unseren Mitmenschen fehlt.
(Etwa weil jeder mit sich selbst genug beschäftigt ist, um mit den Schäden destruktiver Erziehungsmethoden den eigenen Alltag zu bewältigen?)

Dies könnte sich jedoch ändern, wenn wir uns darüber klar werden, wie sehr die gesamte Gesellschaft für die Folgen von Kindesmisshandlungen- Vernachlässigung und Missbrauch einzustehen hat..


© Uwe Vogel - oldscoolman.de
  • Sei es, weil wir mit misslaunigen Menschen in Nachbarschaft leben, oder mit gereizten Menschen unsere Arbeit teilen müssen.
  • Sei es, weil wir Gefahr laufen, dem aufgestauten Frust solcher Menschen mit unserer Gesundheit oder gar Leben zu bezahlen.
  • Sei es, weil wir Opfer davon abhängiger Eigentums- und Drogendelikten werden können.
  • Sei es, weil wir uns religiöser und ideologisch fanatisierter Gruppen zu erwehren haben, in denen solche Menschen häufig Halt suchen.
  • Sei es, weil unmotivierte und antriebslose Menschen wenig Leistungsbereitschaft und förderliche Zusammenarbeit hervorbringen.
  • Sei es, weil Ehen mit solchen Menschen extrem scheidungsgefährdet sind. (weitere Scheidungskinder) aktuelle Scheidungsquote 53%
  • Sei es, weil sich auch unsere Kinder mit derlei aggressiven Kindern auseinandersetzen müssen.
  • Sei es, weil wir alle die Kosten für Heimunterbringungen zu tragen haben.
  • Sei es, weil wir alle die Kosten für deren Konflikte mit dem Gesetz zu tragen haben.
  • Sei es, weil wir alle die Kosten für deren überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit und Frühverrentung zu tragen haben.
  • Sei es, weil wir alle die Kosten für deren häufige Sozialabhängigkeit zu tragen haben.
  • Sei es, weil wir alle die Kosten für deren höheren Krankenstände zu tragen haben.
  • Sei es, weil wir alle die Kosten für deren aufbereitenden Therapien zu tragen haben.
Ich würde mir wünschen, dass diese Darlegungen dazu beitragen, uns kritischer zu hinterfragen und den Willen weckt, gravierende Versäumnisse zu verändern.

Die oben aufgeführten Folgen müssen natürlich nicht zwangsläufig auf jeden in gleichem Maße zutreffen. aber ich denke die eine, oder der andere wird sich mit Rückblick auf die eigene Biografie in manchen Beschreibungen und Erfahrungen wiedererkennen.

Dies ist auch ausdrücklich beabsichtigt, damit mehr betroffene Menschen, die dergleichen lesen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und wissen, dass sie mit ihren Erfahrungen und Empfindungen bei weitem nicht die Außenseiter sind, wie sich manche unter uns lange Zeit selbst definiert haben.

Dies trifft in besonderer Weise auf ex-Heimkinder alter Prägung (bis etwa 1980/90) zu.
Für viele von ihnen, erwies sich ihr Aufenthalt in den überwiegend konfessionell geführten Fürsorgeanstalten meist umso verheerender je weiter die Zeit zurückreicht.

Finstere Zeiten in dem bereits vorgeschädigte Kinder mit brutaler Gewalt und qualvollen Erniedrigungen weiter ihrer Lebensfreude beraubt und deren Persönlichkeiten verletzt, bzw. gänzlich zerbrochen wurden. Dazu mehr unter der Rubrik Erfahrungen.

Die zuvor angesprochenen Gesichtspunkte wirken sich daher bei den meisten von ihnen wie ein Brennglas aus, deren Folgeschäden noch um einige Stufen stärker in Erscheinung trat, als auch bis in die Gegenwart nachwirkt.

Ob dies heute noch ähnlich empfunden wird, darüber werden hoffentlich einige künftige Rückmeldungen zu diesen Seiten Aufschluss geben.
Ob sich jemand vorstellen kann, was es heißt den beruflichen Alltag zu bewältigen und Abend für Abend, über Jahre hinweg niemand da ist, der/die dich erwartet, oder danach fragt, wie es dir geht?
Niemand, der deine kleinen Freuden oder Sorgen teilt. Du Selbstgespräche führst, oder den Lautsprecherknopf am Radio-TV- Gerät etwas lauer drehst, um äußere Lebenszeichen zu erhalten?
Was umso schwerer zu ertragen ist, wenn um dir herum scheinbar das glückliche Leben pulsiert, deren Menschen im warmen Schoß ihrer Familien aufgefangen werden, während du im Wissen lebst, dass es durchaus Menschen gibt, die eigentlich Deine Familie bilden, du jedoch keinen Anteil mehr an ihnen hast, weil das familiäre Band zwischen den vielen Jahren der Heimaufenthalte immer dünner und schlaffer geworden und zum Schluss nur noch Wehmut zurückgeblieben ist?
Du kannst Dir diese Fremde nicht erklären, fühlst dich schuldbeladen abgeschoben, ausgegrenzt. Schließlich warst du der familiäre Störfaktor, der entfernt werden musste, um zu lernen was Disziplin, Ordnung und Rechtschaffenheit ist. Der dazwischen wohl auch mal ein paar Ferientage zurück zur Familie durfte, um hernach trotz manch distanzierter Kühle am darauf folgenden Abschiedsschmerz innerlich geradezu zu zerbrechen.
In den darauffolgenden Jahren ähnliche Wiederholungen derartiger Abschiedstorturen und vergeblicher Hoffnungen, bis Du gelernt hattest, dass es leichter ist, mit der dauerhaften Trennung zu leben, als innerlich immer wieder erneut in hellen Flammen zu verbrennen.
Ein Sterben auf Raten, dessen Gefühl auch innerhalb der Heimgemeinschaft genährt wurde, wenn sich vorsichtig investierte Emotionen gegenüber dem wechselnden Personal nie als wirklich tragfähig erwiesen. So eine meiner persönlichen Erfahrungen, in der sich vermutlich auch zahlreiche andere ex-Heimkinder wiedererkennen werden.
Diese Erfahrungen stellen später, wenn solche Menschen ihre Einsamkeit zu überwinden suchen, ein fast unüberwindbare Hürde dar, um jenes tiefe Vertrauen zu entfalten, das als Basis jeder gesunden Partnerschaft vorausgesetzt werden muss.
Woraus sich in überempfindlichen ex-Heimkinderkreisen von vorschnell empfundenen Zurückweisungen und Misstrauen entfacht, die außergewöhnlich hohen Scheidungsraten ableiten lassen, worunter wiederum ihre Kinder zu leiden haben, die aus solchen Bindungen hervorgegangen sind und dazu beitragen, jene unheilvollen Voraussetzungen zu schaffen, mit der sich die kaum sichtbaren Spiralen von Kindesvernachlässigung, Misshandlungen und Missbrauch auch weiterhin bewegen werden.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Aspekt, der langjährigen Heimkinder schwer zu schaffen machen und ihre Seelen immer mal wieder aus dem fragilen Gleichgewicht bringen dürfte.
Dieser besteht bedingt durch heimatferne Heimunterbringungen häufiger in dem Gefühl innerhalb ihres
Universums völlig entwurzelt - heimatlos zu sein.

Ohne jenem spürbaren Fundament zu leben,
familiären oder gesellschaftlichen Rückhalt
Es ist eine der schlimmsten Folgen, weil sie
über viele Jahre hinweg mit Schuld- und
belasteten.

das ihnen Sicherheit und Freude verleiht,
genießen, oder beanspruchen zu dürfen.
die Betroffenen nach ihrer Entlassung oft
Schamgefühlen, wie auch tiefer Einsamkeit

Mit dieser Betrachtung sind noch längst nicht alle Facetten beschrieben, die als Folgen unglücklicher Familienverhältnisse und daraus resultierender Heimerfahungen aufgezählt werden könnten, wie z.B. selbstverletzende Handlungen. = ( SVV ) zu denen, Essstörungen, Drogen, Alkoholmissbrauch, wie auch eine Unzahl psychosomatischer Beschwerden, wie z.B. Panikattacken, dazugehören dürfte.
Insbesondere machen Betroffenen, wenn sie sich später ihrer einst verdrängten Drangsalen bewusst werden, im Rahmen posttraumatischer Belastungsstörungen, besonders ausgeprägte Depressionen, Schlaf- Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall zu schaffen, deren Symptomatik sie zuweilen völlig aus dem bisherigen Gleichgewicht kippen und mitunter das zwangsläufige Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess nach sich ziehen kann.
Womit für viele die Fortsetzung persönlicher Demütigungen verbunden ist, wenn sie sich kurz darauf auf dem verlustreichen Hartz-IV - Abstellgleis wiederfinden.

 

 

 

 

 

 

Eine regelrechte Studie über die zahlreichen Folgen einstiger Heimerziehung hat Michael-Peter Schiltsky, selbst ein ehemaliger Heimbewohner auf seiner Webseite www.vehev.org in einer ausgiebigen Befragung von über 800 betroffenen Heimkindern zusammengetragen.
Ich denke gerade in Hinblick darauf, wie die Betroffenen zum Ende der Befragung ihre gegenwärtige Sitution empfinden, läßt für meine Begriffe kaum noch Fragen darüber offen, wie sehr sich die einstige repressive Heimerziehung, bis auf den heutigen Tag zutiefst schädigend auf die ehemaligen Heimkinder ausgewirkt hat und weiter auswirken wird.
Schauen Sie sich die imposanten Zahlen und Meinungen bitte an.
Hier mit dieser PDF-Datei abrufbar.

 



Ich denke, dass mit den zuvor dargelegten Beobachtungen, Erfahrungen und Rückschlüssen der Kern zahlreicher Tragödien erfasst werden konnte.
Der insbesondere in dem Verlust jener Liebe besteht, die als Kern allen Lebens und Strebens betrachtet werden muss.

Liebe von jener reinen und vollkommenen Güte, die weder unsere Kinder verletzt, noch ausgrenzt, oder erwachsenen Menschen darin behindern eine liebevolle Beziehungen zu einem anderen Menschen aufzunehmen und diese bis über den Tod hinaus zu bewahren.

Vielen Menschen wird indes bereits in den ersten Lebensjahren das Fundament späteren Glücks und Lebensfreude durch eine lieb- und gedankenlose "Fürsorge" im Kreise ihrer Familien, oder zunehmend alleinerziehenden Elternteilen entzogen.
Dies muss nicht mal mit der Verrohung gefühlloser Eltern zu tun haben, sondern dürfte eher auf das fehlende Bewusstsein der Tragweite des eigenen Handelns zurückzuführen sein, wie auch am Mangel fundierter Kenntnisse, wie Mütter und Väter fachlich und sachlich richtig mit ihren eigenen Kindern umzugehen haben.

Hierin besteht meiner Ansicht nach längst überfälliger Handlungsbedarf und würde mir wünschen, dass mit den dargelegten Fakten dieser Webseiten immer mehr Menschen sensibilisiert werden, um notwendige Reformen von sozialpolitisch Verantwortlichen einzufordern, damit endlich etwas zum nachhaltigen Schutz unserer derzeitigen und künftigen Kinder, wie auch zum positiven Nutzen für unsere gesamte Gesellschaft getan werden kann.
JEDEM einzelnen Menschen soll es meiner Meinung nach vergönnt sein, dieses einmalige Leben hier auf Erden, friedsam, selbstgenügsam und glücklich verbringen zu dürfen.
In welcher Weise dies zu erreichen ist, darüber finden Sie mehr unter der Rubrik Ziele.


Quelle: Microsoft.com
In letzter Konsequenz führt dieser fehlende Erfahrungsschatz zu wiederkehrenden Missverständnissen, da betroffene Kinder durchaus auch als erwachsene Menschen verbale Inhalte ihrer Gegenüber im Zusammenwirken mit deren Gestik zum Teil nicht korrekt zu interpretieren vermögen. Die ungeübten und damit eigenen sprachreduzierten Fähigkeiten wirken sich ebenfalls erschwerend auf eine flüssige Konversation aus. Die Betroffenen spüren ihre eigenen Grenzen sehr genau und versuchen später derart unliebsame Auseinandersetzungen durch sozialen Rückzug zu vermeiden.
Mitunter mangelt es solchen betroffenen Kindern auch an einem ausgewogenen Nähe - Distanz Gefühl.
Während sie auf der einen Seite verschlossen und unnahbar erscheinen, tauen sie auf der anderen Seite bereits bei unverbindlich freundlichen Gesten auf.
Dies ist für vernachlässigte und misshandelte Kinder dahingehend gefährlich, da ihre unerfüllten Anlehnungs- bzw. Anerkennungsbedürfnisse, in Verbindung geringer Eigenständigkeit, um bewusst nein sagen zu können, schon des öfteren von zielsicheren Kinderschändern missbraucht wurde.
In Bezug auf die gesellschaftlichen Kosten, die Vernachlässigung, Misshandlung und Misbrauch gegenüber Kindern verursachen, beziffert eine ausgewiesene Traumafolgekosten-Studie (unterste Leseempfehlung) der IGSF (Institut für Gesundheits-System-Forschung) aus Kiel von 2012, die Gesamthöhe aller Folgekosten in Deutschland auf über 11 Milliarden Euro jährlich!
Das bedeutet auf jedes traumatisierte Kind, fallen Folgekosten zwischen 432.950 Euro im "moderaten Szenario" bzw. 1,16 Mill. Euro im "pessimistischen Szenario"an.
Wenngleich ich den Eindruck habe, dass mit dieser Studie der Therapeutenzunft zugespielt wird, weil die Zahlen vorwiegend vor dem Hintergrund der Behandlung von Traumata erhoben wurden, zeigt das Ergebnis bereits eindeutig auf, wie lohnenswert und notwendig es ist, richtig Geld im präventiven Sinne in die Hand zu nehmen, um die Ursachen zu beheben, statt den Fokus einseitig auf die Behandlung von Symptomen zu richten.
Denn wie die Studie weiter aufweist, sind die meisten traumatisierten Menschen durchaus in der Lage, ihr Trauma ohne aufwändige Behandlung zu tragen, wie es der größte Teil der Kriegsgenerationen durch ihr Miteinander getragen haben.
Zur damaligen Zeit wurde auch gar nicht groß über Traumafolgen nachdacht. Und dennoch haben die meisten von ihnen ihr Leben gemeistert, weil sie gefordert waren zu überleben. Was nicht bedeuten soll dass ich nichts von therapeutischen Behandungen halte, sofern es notwendig ist. Aber eben auch mit all den Vorbehalten, wie ich sie an anderer Stelle schon mal kritisch zur undurchsichtigen Therapeutenpraxis vorgestellt habe.