Bildungsnot - richtungsweisende Vorschläge zum deutschen Bildungssystem.

Mit einem engagierten Vorwort von Zwergenkönig, einer ehemaligen Moderatorin aus meinem Forum,
in der ich die folgende Abhandlung zur Diskussion gestellt habe und zum Mitdiskutieren einladen möchte. siehe:

> > > Link zum Forum < < <

An alle, die Eltern sind oder es einmal werden wollen:

WAS WOLLT IHR FÜR EURE KINDER ?

----------------------------------- ODER WOLLT IHR -----------------------------------

Entscheiden Sie sich für den ersten Absatz, dann hören Sie hier auf, zu lesen!

Wollen Sie letzteres für Ihr Kind , dann lesen Sie bitte weiter und ich wünschte, dass Sie am Ende dieser dargelegten Gedanken sagen werden:

Ja------, so könnte es gehen!
Das möchte ich für mein Kind!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein großes DANKE an Zwergenkönig (ehem. Forumsmoderatorin) für dieses Vorwort!
Wenngleich mir aufgrund fehlender Detaileinblicke keine allumfassende Kritik am deutschen Bildungssystem zusteht, möchte ich hier dennoch einige Anregungen darlegen, die meinen Beobachtungen und Rückschlüssen gemäß zu mehr gesellschaftlicher Chancengleichheit, Förderung jedes einzelnen Menschen, als auch wieder zu größerem Gemeinschaftssinn innerhalb unserer staatlichen Gesellschaft beitragen dürften.

Um es gegenüber den ganz Eiligen in Kurzform auf den Punkt zu bringen geht es im Einzelnen um:

Meine Kritik:

  • an fehlender schulischer Chancengleichheit
  • an der unkontrollierten Schülerauslieferung an unmotivierte/unfähigen Lehrkräften.
  • an lebensfremden und überfrachteten Lehrplaninhalten
  • an fehlender Berufsvorbereitung
  • an fehlender Haushalts- und Familienvorbereitung
  • an der Tolerierung millionenfach unmotivierter und unberufener Arbeitnehmer
  • am Festhalten des längst antiquierten Beamtenstatus
  • am Festhalten sogenannter bewährter Werte


Meine Vorschläge:

  • Chancengleichheit durch vorbereitende Bildung herstellen.
  • Verzahnung praxisorientierter Lehrinhalte Ernährung/Geld/Elternvorbereitung etc. pp
  • Reduzierung der Klassenstärken auf maximal 14/15 Schüler/innen
  • Unterstützende Mitwirkung von Eltern im Klassenzimmer
  • Leistungs- und erfolgsorientierte Vergütung für Lehrer sowie normale Kündbarkeit
  • Zur fundierten Berufsfindung mindestens 1-Jährige Schulunterbrechung
  • Bundeseinheitliche Schulkleidung.
  • Bundeseinheitlicher Unterrichtsstoff - Prüfungen
  • Angebot an geschlechtergetrennter Schulen/Klassen
  • Dialogbereitschaft zugunsten einer sympathisierenden und erfolgsorientierten Gesellschaft

Soweit in Kurzform ein erster Überblick, deren einzelnen Punkte auch in der nachfolgenden Betrachtung der zumutbaren Länge wegen nur angeschnitten wurden. Dennoch hoffe ich, dem Leser am Ende dieser Abhandlung den Kern manch systembedingter Bildungsdefizite herausgestellt zu haben, von denen ich mir zumindest wünschte, dass sie
zum Nachdenken und förderlichen Diskussionen anregen, die zu


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Gibt es die vielpropagierte Chancengleichheit?

1. a: Sprachbarrieren

In meinem ersten Kritikpunkt erkenne ich bereits in der Startphase der schulischen Laufbahnen aufgrund der völlig unterschiedlichen vorbildungs- und entwicklungsbedingten Stadien der Kinder keine Voraussetzungen, die eine ausgewogene Chancengleichheit gewährleisten.
Wie Kinder ausländischer Mitbürger, die häufiger - allein schon der mangelhaften deutschen Sprachkenntnisse wegen - bereits deutlich benachteiligt sind/bleiben.
Besonders ihnen (einschließlich deren Eltern) wäre durch vorschulische Sprachnachhilfen geholfen, um nicht gleich von Anfang an durch derart grundlegende Bildungsmängel benachteiligt zu werden, oder deren Aufholjagd hoffnungslos unterlegen zu sein.
Selbstverständlich ist mir nicht entgangen, dass es bereits einzelne Gemeinden mit Sprachförderangeboten gibt. Diese erreichen aber aufgrund der freiwilligen Basis aber bei weitem nicht das Gros der sprachbenachteiligten Kinder.
Effektive Abhilfe könnte ein kostenfreier, für alle verpflichtender, Besuch von Kindertagesstätten/Kindergärten werden, in dem fachlich ausgebildetes Personal in Verbindung mit berufsfreundlichen Öffnungszeiten z.B. 6:00 - 19:00 Uhr mit attraktiven Angeboten auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder aufwarten. (Siehe dazu auch diese innovative Idee.)
Zu teuer? Ich denke nein. Da sich, wie Sie im weiteren Verlauf der Betrachtung noch erkennen werden, mit derlei Maßnahmen langfristig erhebliche Schadens- und Folgekosten einsparen lassen.
Allein die bisherige Praxis der Sprachbenachteiligung mit den einhergehenden Frustrationen trägt erheblich zu jener beklagenswerten aber durchaus vermeidbaren Abgrenzung/Zurückhaltung einer erfolgreichen Integration von ausländischen Mitbürgern bei.
Gerade aus dieser distanzierenden/misstrauenserweckenden Fremde und einhergehenden Perspektivlosigkeit unter diesen Benachteiligten und ebenso häufig ghettoisierten Bürgern heraus, entstehen deutlich erkennbare Spannungen, die sich mehr oder weniger regelmäßig in sinnlosen Gewalttätigkeiten, oder verbalen Entgleisungen entladen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. c: Stigmatisierung bis hin zum Suizid durch frühzeitige Selektierung.

Diese Tendenzen werden durch eine frühzeitig Selektion der Kinder in schulisch weniger begabte Hauptschüler, mittelbegabte Realschüler und höherbegabte(?) Gymnasialschüler/innen in unverantwortlicher Weise zusätzlich gefördert.
Zum einen, weil Hauptschülern/innen damit frühzeitig der Stempel von "Versagern" aufgedrückt wird, während andere Kinder in Realschulen und Gymnasien sich bis zum Exzess abmühen, den Leistungsanforderungen zu genügen, denen sie verschiedentlich gar nicht gewachsen sind.
Alles ungünstige Faktoren, die zur frühzeitigen Bildung unterschwelliger, wie lähmender Depressionen beitragen können und damit die Entwicklung positiver Motivationen behindern.

Zunehmende Suizidversuche und psychologische Inanspruchnahmen bis zu Medikamentenmißbrauch unter Schulkindern machen hier bereits seit längerem den bildungsbedingten Notstand transparent, dem Kinder und Jugendliche innerhalb eines unbarmherzigen Leistungsdrucks unterliegen.
Dieser zielt im wesentlichen darauf ab, jene gesellschaftliche Anerkennung und Erfolge zu genießen, deren Vorbilder uns durch mediale Dauerbeeinflussung als erstrebenswerte Ideale vor Augen geführt werden.
Doch während sich die gewöhnliche Bürgerschaft in staatlichen Schulkaskaden mühsam abquälen, um der lorbeerumkränzten Insignien der gesellschaftlich Erfolgreichen habhaft zu werden, erarbeiten sich die wahren Elitesprösslinge längst in entspannter Atmosphäre auserlesener Privatschulen das nötige Rüstzeug, um die Errungenschaften unserer staatlichen Gemeinschaft für ihr eigenorientiertes Vorwärtskommen zu nutzen.

Aber auch wer den Sprung in einen höher angesehenen(?) Schulzweig geschafft hat, ist vor derartigen Unzulänglichkeiten nicht gefeit.
Denn zum einen wird es überall inkompetente Lehrer geben und zum anderen leisten die zeitlich limitierten Lehrpläne bei viel zu großen Klassenstärken (32/34 Schüler/innen) sowie Eltern mit unverantwortlichen Erwartungshaltungen derartig negativen Tendenzen noch zusätzlichen Vorschub.

1. b: Alleinerziehende

Benachteiligt sind vielfach auch Kinder alleinerziehender Eltern, denen häufig die Zeit und Nerven fehlen, um sich so intensiv und entwicklungsfördernd mit ihrem Kindern zu beschäftigen, wie dies gemeinsam erziehenden Elternpaaren mit intakten Familienhintergrund noch eher möglich ist.
Man denke hierbei an die verwandtschaftliche Unterstützung durch Großeltern, Tanten, Onkel, die sich zumindest in früheren Zeiten gemeinsam mit den Eltern um das Wohl und der Entwicklung von Kindern sorgten und sich ihnen als willkommene Rückzugsgebiete erwiesen, innerhalb deren geschützten Rahmen mancherlei Probleme angesprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht wurde.

Der weitläufige Zerfall einstiger Familienstrukturen, trägt daher immer stärker zu einer sozialarmen Isolation von Kindern bei. Womit ihnen wichtige Stützen abhanden kommen, mit deren verwandtschaftlichen Hilfen sie nicht nur vorschulisch gefordert und gefördert wurden, sondern darüber hinaus soziale Kompetenzen erzielten, die den Kindern schon frühzeitig die Bestimmung des eigenen Stellenwertes innerhalb unserer Gesellschaft erleichterten.


1.c: Finanziell benachteiligte

Aus ähnlichen Gründen sind Kinder von Eltern benachteiligt, die sich in Niedriglohn-beschäftigungsverhältnissen befinden und der finanziellen Einschränkungen wegen häufiger gezwungen sind zeitraubende Nebenbeschäftigungen nachzugehen.
Zeit und Kraft, die am Ende der entwicklungsförderlichen Hinwendung gegenüber den eigenen Kinder fehlt.
Die gleichen finanziellen Einschränkungen tragen dazu bei, dass gerade diesen Kindern ein Kindergarten- oder Kindertagesstättenplatz versagt bleibt, der eigentlich so immens wichtig wäre, um Kindern abseits von Fernsehern, PC und Spielekonsolen notwendige kommunikative und motorische Fähigkeiten zu vermitteln, sowie ihre geistige Entwicklung zu fördern.

Doch gerade finanziell schwächelnde Bürgerschichten haben dazu vielfach nicht mehr die Mittel und überlassen eingedenk der eigenen knappen Zeit und Kraft, die Kinderbetreuung auf breiter Front einer seelen- und anspruchslosen Unterhaltungsindustrie.

Und Hand auf´s Herz, in welcher Familie wird denn noch regelmäßig mit Kindern gesungen,
gebastelt,
oder sonstwie kreativ gespielt?

Da die Vermittlung kreativer Fertigkeiten im Rahmen des monotonen Schulbetriebs nur eine untergeordnete Nebenrolle spielt, werden wir uns nicht wundern dürfen, wenn vielen Menschen als Eltern die Vorraussetzungen fehlen, um ihren eigenen Kindern gegenüber als anleitende Vorbilder aufzutreten.

Aus dieser kurzen Beschreibung wird bereits deutlich, wie unterschiedlich die Startbedingungen von Kindern während des Zeitpunkts ihrer Einschulung, abhängig vom sozialen Stand und Einkommen ihrer Eltern ausfallen, wobei hier die jeweils naturbedingten Entwicklungsreifenunterschiede noch vollkommen unberücksichtigt blieben.


2. Der bildungspolitische Offenbarungseid

2. a: schlechte Lernbedingungen

Statt den Kindern nun genügend Zeit einzuräumen, um sich unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Reifegrade zu entwickeln und individuell zu fördern, werden Kinder innerhalb weniger Jahre durch ein gnadenloses Raster starrer Lehrpläne gezwängt, innerhalb derer jeder Lehrerkraft im 45 Minuten Rhythmus gerade mal durchschnittliche 1,5-1,8 Minuten pro Kind und Lehrstunde an individueller Förderung zur Verfügung stehen.
Denkbar schlechte Bedingungen, um ohnehin benachteiligten Kindern die nötige Zeit und damit reelle Chancen einzuräumen, um mit jenen Kindern mitzuziehen, die zuvor durch Kindergartenbetreuung und/oder intakte Familienverhältnisse bessere Startbedingungen aufwiesen. (Siehe dazu auch diese innovative Idee zu einer wünschenswerten Bildungsreform)

Diese Umstände sind ja nun bei weitem nichts Neues, dennoch wird weiterhin an diesem gnadenlosen Aussortierungsverfahren festgehalten, unter dem ausländische und Kinder ärmerer Familienverhältnisse von vornherein besonders benachteiligt sind und - es in der Regel auch bleiben.

Als untrüglicher Indikator einer verfehlten Schulpolitik erweist sich hier der ausufernde Wirtschaftzweig im Nachhilfegewerbe, ohne dessen Unterstützung längst zahlreiche Kinder auf der Strecke geblieben wären.
Schulkinder, deren Eltern sich diesen "LUXUS" nicht erlauben können, bleiben daher auch hier aufgrund der schleichenden Privatisierung von Bildung und wirtschaftlichen Nöte finanzschwacher Eltern Leidtragende der Verantwortungsflucht unserer staatichen Bildunsgorgane.

Kinder die nach der Grundschule nicht den Sprung in eine Realschule oder gymnasialen Zweig geschafft haben, geraten aufgrund des geringeren Lerntempos gegenüber den anderen Schulen automatisch immer weiter ins Hintertreffen, zumal sie obendrein noch von jenen Mitschülerinnen aufgehalten werden, die größere Mühe haben der Unterrichtung zu folgen und deshalb mit aggressiven Störmanövern die davonziehenden Kinder aufzuhalten versuchen.
So entscheidet sich bereits für zahlreiche Kinder während der Startphase ihrer schulischen Laufbahn, in gravierender Weise die künftige Entwicklung für ihr ganzes weiteres Leben.

2. b: Die Crux mit unmotivierten und/oder inkompetenten Lehrern/Innen

Aber auch die Schullehrer/innen selbst nehmen abhängig von fachlicher Qualifikation, persönlichem Engagement und Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes erheblichen Einfluss auf deren weitere Lebenswege.
Deren Ziel darin bestehen müsste, nach den ersten Schuljahren für alle Kinder ein möglichst gleich hohes Wissensniveau, motorische Fähigkeiten, oder gar soziale Bewältigungstechniken zu vermitteln.
Doch abgesehen von Lehrplänen, die kaum Rücksicht auf reale Lebensherausforderungen nehmen, tragen persönliches Unvermögen, Überbelastungen, oder Resignation der Lehrkräfte in Verbindung mit mangelndem Engagement, unflexiblen Lehrinhalten und engen Zeitvorgaben bereits in vielen Fällen zur Verfestigung benachteiligter Kinder bei.
So wird vermutlich jeder nachvollziehen können, dass jene Kinder die z.B. das kleine Einmaleins nicht gleich begriffen haben, mit jedem weiterem Fortschreiten des Unterrichtsplans immer weiter den Anschluss verlieren. Womit bereits der latente Grundstock für Minderwertigkeitsempfindungen gelegt wird, die solche Menschen später mit auffälligen Eskapaden zu kompensieren versuchen, um innerhalb der Klasse, oder allgemein jene gesellschaftliche Anerkennung zu erzielen, die ihnen innerhalb der Schulausbildung versagt blieb. Diese bergen durch das fortschreitende Wechselspiel von Aktion und Reaktion langfristig die Gefahr, sich selbst aufzugeben, oder den Respekt gegenüber einer vermeintlich feindseligen Umwelt zu verlieren.


2. d: Der degenerative Charakter deutscher Lehrpläne

Wenn man jetzt noch berücksichtigt, wie monoton und entgegen allen realen Lebensbedürfnissen theorielastig der Unterrichtsstoff an deutschen Schulen ausfällt, dann können einem unsere Kinder nur noch leid tun, bzw. braucht sich niemand mehr über verheerende Pisaergebnisse, mangelnde Allgemeinbildung und fehlendem Gemeinschaftssinn wundern, dessen degenerativer Charakter nur deshalb nicht noch deutlicher ins Auge fällt, weil wir alle diese Mühlen durchlaufen haben und kaum noch jemand den Sinn dieser unseligen Schulbildungspraxis hinterfragt.

Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis nicht nur mal Kinder danach, wer noch in der Lage ist, Tiere wie z.B. Insekten, Vögel, Fische und dergleichen richtig zu benennen und voneinander zu unterscheiden.

Fragen sie mal, wer noch Pflanzen benennen und zwischen genießbar und weniger genießbar zu unterscheiden vermag. Ganz zu Schweigen, mit welchen Pflanzen und Gewächsen wir unsere Nahrung bereichern könnten, bzw. wie Pflanzen unter welchen Umgebungen zu säen und zu verarbeiten sind?

Welche Kinder lernen denn noch richtig Kochen?
Welche Kinder wissen wie ein sauberer Haushalt zu organisieren ist?
Welche Kinder wissen richtig mit Geld umzugehen?
Welche Kinder werden geschult, sich dem überbordenden Konsumterror zu entziehen?
Welche Kinder werden geschult wie sie zwischenmenschliche Konflikte bewältigen?
Und ja, welche Kinder werden auf ihre spätere Elternrollen vorbereitet?

Das erschreckende an all diesen Fragen ist, dass bereits sehr viele erwachsene Menschen auf diese Fragen keine Antworten mehr haben, weil sie diese Erfodernisse selbst nicht mehr richtig gelernt haben. Dessen fürchterlichen Auswüchse für alle sicht- und spürbar z.B. in allen Lebensmittelmärkten unmittelbar anhand langer Fertigproduktketten abzulesen sind, mit denen den kritiklosen Verbrauchern fragwürdige Cocktailmischungen an Farb- Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und weiteren chemischen Zusätzen massenhaft verabreicht werden, deren Folgen sicher nicht nur an steigenden Allergieanfälligkeiten, Krebsraten und mangelernähungsbedingten Erschöpfungszuständen bemerkbar machen.


3. Eklatanter Mangel realitätsbezogener Lehrinhalte

3. a: Verfassungsgemäßer Anspruch auf Erziehungshilfen?

Es ist wohl richtig, dass in Hauptschulen und teilweise auch in Realschulen Kochen zum Unterricht gehört, doch wie effizient dieser Unterricht ist, lässt sich während der Mittagszeit in jedem beliebigen Fastfoodtempel ablesen.

Interessant bleibt hier zu erwähnen, dass einzig in der bayrischen Landesverfassung die Unterrichtung für alle Schulkinder in Haushaltsführung- Kochen und Kinderpflege verpflichtend festgeschrieben ist.

Siehe: > > > Link < < <

Nur wird von den unteren Schulzweigen abgesehen, in denen Kochen noch zum Unterricht gehört, auch in allen anderen Bundesländern nichts angeboten, um Kinder auf ihre spätere Elternrolle vorzubereiten, obwohl wiederum in nahezu allen Landesverfassungen, die staatliche Unterstützung in Bezug auf Kindeserziehung besonders deutlich hervorgehoben wird.
Siehe obenstehenden Link.
Doch bis auf gebärprämienanmutenden Kindergeldzahlungen gibt es staatlicherseits so gut wie nichts, um brachliegende Gemeinwohlabsichten, wie sie in allen Landesverfassungen zum Wohle von Kindern deklariert wurden, mit aktiven Inhalten zu beleben.
Es sei denn, dass Kinder durch elterliche Unzulänglichkeiten dermaßen verwahrlost und misshandelt wurden, um sie mit kostenintensiven Heimeinweisungen zu bearbeiten.
Für viele rückblickende ex-Heimkinder, die unter institutionierter Betreuung standen, waren diese Erfahrungen, zurückhaltend ausgedrückt, nicht gerade von angenehmen Erinnerungen begleitet.

Zusammenfassend muss leider davon ausgegangen werden, dass Kinder erst in den sprichwörtlichen Brunnen fallen müssen, um jene zugesicherten Hilfen zu erhalten, die sie vor unzumutbaren Leid bewahrt hätten, wenn diese Hilfen gegenüber ihren eigenen Eltern durch eine vorbeugend Schulung eingesetzt hätte.
So bleibt bundesweit zu hinterfragen, wie unterschiedslos alle junge Menschen nur hilfreiche Kenntnisse darüber bekommenen, wie sie später auf die emotionalen und entwicklungsbedingten Erfordernisse ihrer eigenen Kinder sachlich und fachlich angemessen eingehen sollten?
Die Vorstellungen behütender Liebe allein reicht erfahrungsgemäß nicht aus, um Kinder dauerhaft vor überforderten Eltern zu schützen.
Angesichts ansteigender Einelternhaushalte, die ohne Vorbilder oder unterstützende Begleitung in der Erziehung ihrer Kinder allein auf sich gestellt sind, dürften fortlaufende Meldungen über Kindesmisshandlungen, Missbrauch und Verwahrlosungen nur mehr zu einer fortschreitenden gesellschaftlichen Abstumpfung führen.

3. b: Probleme aktiv beheben. Einige Beispiele.

Leider scheint unser Bildungssystem darauf ausgelegt zu sein, anspruchslose Arbeitssklaven heranzuziehen, die bei minimalen Lebensempfindungen dahingehend manipuliert werden, um Allmachtsansprüche einer ungreifbaren Oberschicht zu bedienen.

Siehe Link zu Ursachen von Heimerziehung:
> > > LINK < < <

Anders ist für mich nicht zu erklären, warum wider allen besseren Wissens, immer noch an einem destruktiven Bildungssystem festgehalten wird, das die Menschen zutiefst in ihren möglichen Lebensqualitäten beeinträchtigt.

So bleibt völlig unverständlich, warum sich die Unterrichtung nicht an praktischen Beispielen orientieren, die Kindern besser helfen, den praktischen Nutzen ihres erlernten Wissen zu erkennen und vertiefend zu nutzen.
Hierzu gehört meiner Ansicht nach der regelmäßige Gang in die Natur genauso zur Selbstverständlichkeit, wie praxisorientierte Börsenspiele, die Kindern helfen, den Wert des Geldes zu erkennen und seinen verantwortungsbewussten Umgang zu üben.
Gleichzeitig könnten sie damit, wie auch unter Einbeziehung hauswirtschaftlicher und ernährungsphysiologischer Notwendigkeiten an lebendigen Beispielen die Mechanismen marktwirtschaftlicher Kräfte verstehen lernen.

Statt demnach stupide für isoliert aneinandergereihter Fächern Pauken zu müssen, deren Inhalte bereits kurz nach der nächsten Klassenarbeit vergessen sind und damit ursächlich die mangelende Allgemeinbildung begründen, wie dies der gegenwärtigen Praxis entspricht, könnte mit einer fächerübergreifenden Verzahnung und Vertiefung praxisorientierter Lehrinhalte, gleich noch viel Zeit eingespart werden.
Wichtige Zeitreserven die für die sinnvollere Ausbildung sozialer Kompetenzen genutzt werden könnten.
Wie z.B. Rollenspielen, die dem Einzelnen helfen, sich innerhalb seiner Umwelt realistisch zu reflektieren,
als auch ein Gespür über Ursachen und Wirkungen zu entwickeln.
Sprich jene soziale Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zu fördern, wie sie gegenwärtig im gemeinsamen Umgang schmerzlich vermisst werden.

In diesem Rahmen gehört selbstverständlich eine kontinuierliche Unterrichtung über den verantwortungsbewussten Umgangs mit der eigenen Sexualität, wie auch eine fundierte Anleitung in alle denkbaren Bereiche der späteren Elternrolle, bzw. Erziehung möglicher eigener Kinder. Sodass sich Eltern von Morgen als die besten Erziehungsfachkräfte in eigener Sache erweisen.
Die gegenwärtige Praxis, in der jeder Mensch wahllos und nahezu unvorbereitet Kinder in die Welt setzen darf, um diese hilflos den eigenen Unzulänglichkeiten auszusetzen, erachte ich als völlig inakzeptabel.

3. c: sinnvolle Prävention zum Kinderschutz und Gemeinwohl

Darin zeigt sich auch, dass nahezu alle bisherigen sozialpolitischen Präventionsmaßnahmen immer noch auf Folgesymptome zugreifen, nicht jedoch an den viel wichtigeren Ursachen.
Deshalb erachte ich einen elternvorbereitenden Unterricht in Bezug auf Kindererziehung und Kinderschutz als einzig Maßgabe, um den Anspruch einer sinnvollen Prävention zu erfüllen.

Sie würde mit Sicherheit zu einem angenehmeren gesellschaftlichen Klima beitragen und gleichzeitig ungeheuer hohe Kosten von Folgebehandlungen einsparen helfen, die durch verunglückte Erziehungspraktiken unsere gesamte Gesellschaft belasten.
Dazu gehören Heimbetreuung, Folgen von Kriminalität, sowohl auf Opferseite, wie auch für Täterbetreuung, sprich Resozialisierungsbemühungen, bis hin zu endgültigen Sicherheitsverwahrungen, deren Ursachen nicht unerheblich auf mangelnde gesellschaftliche Anerkennung und persönliche Perspektivlosigkeit zurückzuführen sind.

Auch die enormen Krankenbehandlungskosten, die bei geschädigten und unglücklichen Menschen weit stärker anfallen, sind in dieser Rechnung zu berücksichtigen.
Siehe auch die rasant angestiegenen psychologischen Inanspruchnahmen sowohl von Erwachsenen wie auch von Kindern, die bereits zu erschreckenden Terminzuteilungen von teilweise länger als einem Jahr geführt haben.



4. Über den Einfluss der Lehrkräfte an Chancengleichheit.

4. a: Machtmissbrauch und das Kreuz Sympathien/Antipathien

Es gibt demnach zahlreiche Gründe, die eine umfassende Bildungsreform rechtfertigen würden.
In der Lehrkräfte wieder einem sprichwörtlichen pädagogischen Anspruch erfüllen, der nachweislich von vielen Eltern heutzutage gar nicht mehr geleistet werden kann.
Allerdings dürfte es einige Zeit dauern, bis nachrückende Lehrer/innen auf ihre zukünftigen Aufgaben entsprechend geschult und eingestimmt wurden. Denn von der gegenwärtigen Lehrergeneration, denen aufgrund ihres sicheren Beamtenstatus in weiten Teilen motivierende Anreize fehlen, um überholte Lehrkonzepte aufzugreifen und umzusetzen, verspreche ich mir ohnehin keine nennenswerte Reformbereitschaft.
Lasse mich hier aber auch liebend gern eines Besseren belehren.

Der Machtstatus von Lehrkräften ist meiner Ansicht nach aber noch viel zu verlockend, um an der Sicherheit festzuhalten, in nahezu vollkommener Unnahbarkeit schalten und walten zu dürfen und gleichzeitig von notenlechzenden Eltern wie Schülern in devoter Hochachtung hofiert zu werden.
Diese unselige Praxis gehört meiner Ansicht nach ebenfalls überholt, da hier ein unzulässiger Missbrauch gegenüber einzelnen Schülern/Innen geradezu vorprogrammiert ist.
Dieser liegt in der natürlichen Selektion gegenüber allen Menschen begründet, ob uns jemand sympathisch, oder eher unsympathisch ist.

Selbst bei allem Bemühen um gleichgeschaltete Objektivität, wird es immer wieder vorkommen, dass nicht nur Lehrer unbewusst dazu neigen, ihnen sympathischere Schüler/innen bevorzugt zu behandeln oder zu benoten, während weniger sympathisch empfundene Kinder kaum in gleicher Weise von positiven Empfindungen profitieren dürfen.
Bereits die zahlreichen Klagen von Kindern im Grundschulalter lassen schlimme Zustände in so manchen Klassenzimmern befürchten. Die ich schon deshalb nicht von der Hand weisen möchte, da ich davon überzeugt bin, dass gerade Grundschulkinder noch ein unverfälschtes und sicheres Gespür für Stimmungen und Strömungen im gemeinsamen Miteinander erfassen und benennen können.
Demnach sind "geschasste" Kinder auf Gedeih und Verderb den ungnädigen Launen so mancher Lehrer/innen ausgesetzt, ohne echte Möglichkeiten zu haben, sich den subtilen Benachteiligungen entziehen zu können. Denn in der Praxis lässt der starre Schulablauf nicht mal eine wunschgemäße Versetzung in eine Parallelklasse zu.

Kinder deren Eltern nicht gerade zur hochgeschätzten bürgerlichen Elite der Stadt/Gemeinde gehören, deren sozialer Status in vielen Fällen bereits vor ungerechten Härten, wie Herabwürdigungen, Nichtbeachtung, oder Aggressionen durch Lehrer/innen schützten dürfte, werden bestimmt wissen, wovon hier die Rede ist.

Ich denke, derart negative Erfahrungen sind nahezu allen Menschen bekannt.
Womit für mich ein klares Risiko auf der Hand liegt, dass einzelne Kinder auch durch Lehrer selbst in ihrer weiteren Lebensführung behindert und benachteiligt werden.
Auch soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass ich als Hausmeister eines großen Gymnasiums von zahlreichen Beobachtungen und Erfahrungen berichten könnte, in denen die vielfach zu hoch geschätzten Lehrer/Innen sowohl meinem persönlichen, wie auch allgemeinen Anspruch auf ordentliche Umgangsformen selbst wiederholt in eklatanter Weise schuldig blieben.

Angemessen berücksichtigt werden sollte natürlich der Umstand, dass die meisten Lehrer selbst leidtragende staatlich starrer Lehrvorgaben bei viel zu großen Klassenverbänden sind, die es ihnen fast unmöglich machen, sorgfältiger auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Schüler/innen einzugehen.
Eben weil unter enorm hohen Zeitdruck, lebensfremde Lehrvorgaben durchgepeitscht werden müssen.
Quantität auf Kosten von Lehr- und Lebensqualität. Pisastudien lassen grüßen.

Diese Problematik ließe sich durch deutliche Verkleinerungen der Klassenstärken auf z.B. maximal 14/15 Schüler/innen pro Klasse in einfacher Weise beheben.
Und würden die Ferienzeiten ebenfalls um ein/zwei Wochen reduziert werden, ergäben sich zusätzliche Zeitreserven. Schließlich gibt es genug gebildete Arbeitssuchende, die sich liebend gerne neuen Herausforderungen stellen würden. . .

Die damit verbundenen Mehrkosten dürften durch die später eingesparten Negativleistungen sicher mehr als aufgehoben werden und trügen sowohl auf Schüler- wie auch Lehrerseiten zu einem wesentlich entspannteren Lernklima bei.
Insofern schon zu diesem Zeitpunkt für alle Beteiligten ein deutliches Plus an Lebensqualität.

4. b. Mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit durch Elternbeteiligung

Dieses ließe sich noch weiter steigern, wenn in jeder Klasse von allen Schüler/innen immer mal wieder mehr oder weniger regelmäßig im täglichen oder stündlichen Wechsel eine elternvertretende Person den Unterricht begleiten könnte.
Diese Maßnahme beinhaltet gleich mehrere Vorteile.

  1. Eltern bekämen damit Gelegenheit. selbst hin und wieder realen Einblick in den
    Unterrichtsstoff ihrer Kinder nehmen zu dürfen.
  2. Eltern bekämen wenigstens zeitweise Einblicke darüber, wie sich ihr Kind im Klassenverband einbringt und entwickelt.
  3. Eltern bekämen Einblick in den gemeinsamen Umgang, womit die latente Gefahr der Benachteiligung gegenüber einzelner Schüler/innen erheblich abgemildert würde.
  4. Eltern bekämen Einblick in die Unterrichtsqualität, die zu einem höheren Bemühen der Lehrkräfte beitragen dürfte.
  5. Die Anwesenheit von mehr Erwachsenen innerhalb der Schulen, dürfte sich auf das Schulklima ordnungsfördernd und konfliktreduzierend auswirken.
  6. Lehrer erhalten zu ihren konzeptionellen Arbeitsansätzen ein kontinuierliches Feedback, dass ihnen helfen könnte, eigene Schwächen zu erkennen und gegebenenfalls zu korrigieren.
  7. Anwesende Eltern könnten, warum auch nicht, sofern dazu Bereitschaft besteht, innerhalb der Klasse den Lehrkräften hilfreich zur Seite stehen.

Ich denke, der Vorteil dieser Vorstellungen dürfte auf der Hand liegen.
Und je mehr wir die Möglichkeit unkonventioneller Ideen zulassen, desto schneller könnten wir uns an die Normalität eines derart gemeinsamen Umgangs gewöhnen.

4. c: Abschaffung des antiquierten Beamtenstatus

In diesem Gesamtrahmen gehört meiner Ansicht nach der längst antiquierte Beamtenstatus abgeschafft. Schließlich benötigen wir in einem demokratischen Rechtsstaat keine überholten, monarchistischen oder anderweitig autoritärer Treuebekenntnisse mehr, der Mitbürger für ihren Kadavergehorsam mit lebenslangen Privilegien belohnt, sondern Mitmenschen, die in unserer modernen Zeit zum eigenständigen Denken und Handeln gefordert werden, auch wenn es mitunter auch mal für Vorgesetzte unbequem wird.
Der Beamtenstatus in seiner derzeitigen Form spornt niemanden mehr zu Herausforderungen an, zumal wenn Gehaltsstufen erreicht wurden, die keine nennenswerten Steigerungen mehr erwarten lassen.
Wenn demnach von unseren Kindern hohe Leistungen erwartet werden, dann ist nicht nachzuvollziehen, warum an den Lehrerstand nicht gleichermaßen eine leistungsgerechte Messlatte mit erfolgsorientierter Bezahlung angelegt werden darf, die gegenüber trägen, unfähigen und leistungsunwilligen Mitarbeitern genauso berechtigte Kündigungen nach sich ziehen darf, wie dies in der freien Wirtschaft längst als Selbstverständlichkeit gehandelt wird.
Doch während in der freien Wirtschaft unfähige Mitarbeiter nahezu automatisch gezwungen werden, sich immer wieder neu und flexibel zu orientieren, muss der Staat einmal verbeamtete Lehrkräfte, egal wie hoch oder niedrig sie motiviert und fähig sind, bis zu ihrer nahezu abgabenfreien Pensionierung im Staatswesen, sprich Schulbetrieb weiter beschäftigen.
Müßig zu erwähnen, wer die Leidtragenden dieser unzeitgemäßen Praxis sind.



5. Systembedingte Demotivierung der Menschen von Morgen

5. a: Eine paradoxe Situation

Darin spiegelt sich in erkennbaren Ausmaß die Konsequenz unseres lebensfernen Schulsystems wieder, das monoton auf Leistung, Leistung und noch mehr Leistung ausgerichtet ist, ohne auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen Menschen einzugehen.
Diese seit über 100 Jahren nahezu unveränderte Praxis fördert geradezu unfähige und unmotivierte Menschen in allen Berufsbereichen und dürfte zu erhebliche Frust unter den zahlreichen Beschäftigten in unserem Land beitragen.
Wie gesagt schulsystembedingt! Siehe auch die skandalöse Praxis in der erfolgreiche Lehrer/innen > > abgestraft werden. < <

Eine dem Sinne nach völlig paradoxe Situation. Denn während die Schulausbildung den Anspruch erhebt, jungen Menschen durch Bildung das Rüstzeug für ihr weiteres Leben zu vermitteln und auf das spätere Berufsleben vorbereitet zu werden, verhindert genau dieses starre Schulsystem die Entfaltung persönlicher Fähigkeiten und Neigungen.

Aber warum, oder gilt das deutsche Schulsystem weltweit nicht als eines der fortschrittlichsten und effizientesten Schulausbildungen?

Die Antwort ist einfach wie plausibel. Indem dieses lebensferne Schulsystem junge Menschen im Eiltempo zu ihren jeweiligen Abschlüssen durchpeitscht, aber nicht auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet.
Wie denn auch? Bis zum Schulabschluss bleibt doch dank des theorielastigen Unterrichtsstoffes gar keine Zeit, um Fähigkeiten oder Neigungen herauszubilden.
Oder möchte wirklich jemand ernsthaft behaupten, innerhalb der Kunst- oder Werkunterrichtsstunden könnten jungen Menschen wirklich fundierte Fähigkeiten oder Kenntnisse vermitteln werden die eine langfristige Orientierung rechtfertigen würden?
Ich denke nicht.
In der Praxis sieht es doch weitgehend so aus, dass sich junge Leute abgesehen von einem ein- zweiwöchigem Praktikum, nach dem Schulabschluss übergangslos für einen Beruf entscheiden müssen, von dem sie allenfalls mal etwas gehört/gelesen, oder persönliche Hoffnungen geknüpft haben.
Dies trifft in gleicher Weise auf Studenten/innen zu, die sich während oder nach dem Abitur auf ein weitgehend unbekanntes Studienfach festgelegt haben.

Bedauerlicherweise sehen die Realitäten oft anders aus, wie man es sich selbst vorgestellt hat.
Sei es, dass man mit der angestrebten Materie heillos überfordert ist, oder was viel häufiger vorkommt, man eines fernen Tages realisiert, dass die Berufswahl bei weitem nicht den angedachten Vorstellungen oder eigenen Befähigungen entspricht.
Diese Erkenntnis kommt jedoch fast immer zu spät, um sich einer zweiten oder dritten alternativen Berufsausbildung zuzuwenden. Wobei stets das gleiche Dilemma bleibt, nämlich nicht wirklich zu wissen, was man möchte und gleichzeitig geeignet genug ist, um in einer beruflichen Laufbahn mit Freude und Erfolg zu bestehen.
Entscheidende Parameter, die im Regelfall zu höheren Leistungen und innovativen Ideen beitragen.

Da die Auszubildenden oder Studierenden altersgemäß darum bestrebt sind, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und größtmögliche Unabhängigkeit zu erlangen, verkneifen sich die meisten Menschen einen zeit- und kostenintensiven Schwenk in einen alternativen Berufszweig.
Eine Praxis die uns alle sehr teuer zu stehen bekommt

5. b: Folgen, die wir alle zu spüren bekommen
  1. Diese Berufstätigen bleiben weitgehend demotiviert und demoralisiert.
    Sie fügen sich wohl notgedrungen den Gegebenheiten, könnten aber mit mehr Freude und Elan weit mehr Leistungen entfalten. Dieses positive Arbeitpotenzial bleibt aber bislang aus besagten Gründen für unsere Gesellschaft wie auch Wirtschaft weitgehend unausgeschöpft.

  2. Durch die falsche Berufswahl bedingten Ausbildungs- und Studienabbrüche bzw. Berufswechsel entstehen sowohl für die fördernde Gemeinschaft, wie auch für die Betreffenden erhebliche Kosten, die durch eine konsequente Berufsvorbereitung vermeidbar wären.

  3. Frust und eine mürrische Grundeinstellung tragen erheblich zu weiterer Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung bei. Oder wer weiß nicht von zahlreichen Beispielen zu berichten, in denen uns unfreundliche Verkäufer/innen, mürrische/unflexible Behördenmitarbeiter/innen, oder unkooperative Mitarbeiter auf die Palme gebracht hätten?
    Doch doch, genau derartige Beispiele zeigen uns täglich die Folgen einer verfehlten Bildungspolitik

  4. Schlägt sich der Frust über eingeschränkten Entfaltungsmöglichkeiten besonders negativ auf die Familien, insbesondere Kindern nieder, die als schwächsten Glieder unserer Gesellschaft am stärksten von disharmonischen Befindlichkeiten betroffen werden.
    Zu deren Schwerenötern auch jene Lehrer/innen gehören, die trotz Entdeckens, dass ihr studiertes Lehrfach doch nicht ihrem Naturell entspricht, der Kosten, Bequemlichkeit, gesellschaftlichen Anerkennung, oder möglichen familiären Erwartungen wegen, weiter an ihrem ungeliebten Lehrberuf festgehalten haben. Siehe > > Forschungsergebnis < < nach dem 60% aller Lehrer/innen als ungeeignet gelten.

  5. Bedingt durch Unzufriedenheit und depressive Verstimmungen, entfallen auf die Solidargemeinschaft der Krankenkassen hohe finanzielle Belastungen. Unter anderem durch ein höheres Unfallgefährdungspotenzial, Depressionen, Burn-out-Symptome und zahlreiche versteckte Krankheiten, die sich unter dem diffusen Sammelbegriff vegetative Disharmonien verbergen.
5. c: Der Ausweg

Diese negativen Belastungen, die uns auf indirekten Weg auch dann treffen, wenn wir persönlich glücklich und zufrieden in unserem Arbeitsverhältnissen aufgehen, könnten zu aller Zufriedenheit auf einfache Weise behoben werden.
Dazu bedarf es lediglich einer echten Berufsvorbereitung, die Ihrem Namen gerecht wird. Soweit Schulkinder überhaupt die Möglichkeit zu einem Berufspraktikum erhalten, dürfte wohl jedem einleuchten, dass sich innerhalb eines ein/zweiwöchigem Berufspraktikums kaum tiefgreifende Erkenntnisse über eigene Neigungen und Fertigkeiten erzielen lassen.
Daher mein Vorschlag:
Gebt den Schülern/innen genügend Zeit, um sich wesentlich länger und vor allen auch in verschiedenen Berufssparten umzusehen.
Diese Idee drängt sich doch geradezu auf, wenn man weiß, wie sehr den meisten Schülern/innen nach Jahren monotonen Lernens die Schule regelrecht zum Hals raushängt.
Insbesondere in der pubertären Phase fehlt es mitunter an der nötigen Konzentration, um den leistungsbetonten Schulanforderungen noch im vollen Umfang zu genügen.
Daher dürfte vielen Schüler/innen der Vorschlag entgegenkommen, abhängig vom Schultyp nach 7-9 Schuljahren eine etwa 1-Jährige Schulpause einzulegen.
In dieser Zeit sollte ihnen genügend Gelegenheiten eingeräumt werden, um in die verschiedensten Berufsbereiche hineinzuschnuppern.
Dies Idee beinhaltet gleich mehrere unschlagbare Vorteile.

  1. Bekommen die Jugendlichen eine langfristige Erholungspause vom Schulbetrieb.

  2. Sie bekämen Gelegenheit, sich länger in verschiedenen Berufsbereichen umzusehen.

  3. Durch diese Praxis erzielen sie fundierte Kenntnisse über eigene Fähigkeiten und
    Neigungen.

  4. Würden sie den Rest ihrer Schulzeit wesentlich zielorientierter und vor allem weit motivierter absolvieren. Was sich letztlich auch wieder in einem besseren Notenspiegel niederschlagen sollte.

  5. Würde es ihnen anschließend tatsächlich erleichtern, ihre sprichwörtliche Berufung zu finden. (deswegen spricht man ja auch von Beruf)

Ich denke dies wäre ein hilfreicher Weg, um allen Menschen die nötige Zeit und Chancen zu bieten, um ihren wünschenswert glücklichen Platz innerhalb unserer Gemeinschaft zu finden. Innerhalb derer sich alle ungeachtet ihrer Stellung und Ansehen auf gleicher Augenhöhe mit Höflichkeit und Respekt begegnen.

5. d: Weitere Stolpersteine bezüglich Chancengleichheit

Diesen Anspruch, soweit hier überhaupt ein Anspruch besteht, kann ich in meiner möglicherweise beschränkten Sichtweise nicht erkennen und denke, dass es einen Versuch Wert ist, derartige Gedanken zu hinterfragen und gemeinsam auf positive Veränderungen hinzuwirken, wie ich sie hiermit anregen möchte.

Zum Schluss möchte ich noch einer aktuellen Tendenz entgegentreten, die sich in der Uniformierung einzelner Schulen vollzieht.
Was hier im ersten Augenblick als sinnvoller Präventionsansatz gegen überbordende Markenzwänge gedacht ist, erweist sich bei näherer Betrachtung als ungeschickte Herausstellung gesellschaftlicher Klassenunterschiede. In der wiederum jene das Nachsehen haben, die fortan z.B. im Gegensatz zu örtlich uniformierten Gymnasiasten, ebenso dank örtlicher Uniformierung bereits von weitem als weniger geachtete Haupt- oder Realschüler/innen herabgesetzt würden.
Deshalb mein Vorschlag, wenn schon begründete Uniformierungen angedacht sind, dann sollte diese aber auch Landes- oder besser noch bundesweit einheitlich für alle Schulen und kostenfrei eingeführt werden.

In diesem Rahmen wäre auch zu überlegen, ob in Schulen nicht wenigstens ein klassenweise geschlechtsgetrennter Unterrichtsangebot möglich wäre. Denn schon häufiger habe ich mitbekommen, dass der Unterricht in "balzfreien" Unterrichtsräumen, mit einem stressfreieren und ruhigeren Umgang verbunden ist.
Ich denke, so ein Angebot auf freiwilliger Basis würde durchaus auf positive Resonanz stoßen und damit zu einem stressreduzierten Unterricht beitragen.



Mein Resümee

Liebe Gäste, ich bin mir natürlich vollkommen darüber im klaren, dass hier bei weitem nicht alle erwähnenswerten Aspekte meiner angeschnitten Problemstellungen aufgeführt werden konnten, ohne Gefahr zu laufen, die Geduld der Lesenden über Gebühr zu strapazieren.
Aus diesem Grund habe ich auch darauf verzichtet, auf die teilweise erfreulichen Ansätze einzugehen, mit denen in manchen Regionen bereits auf einzelne Probleme reagiert wird.
Regionale Anstrengungen sind meiner Ansicht nach aber keine echten Lösungen.
Wenn wir Veränderungen anstreben, dann sollten sie auch unterschiedslos allen Menschen in unserem Land zu Gute kommen.
Vielleicht wird es dann eines Tages auch mal möglich, für alle junge Menschen bundesweit einheitliche Bildungs- und Prüfungsrichtlinien zu erarbeiten.
Kaum ein Mensch kann nachvollziehen, warum der selbe Bildungsabschluss in Hessen nicht gleichermaßen in Bayern anerkannt wird, um es hier mal am Beispiel von Lehramtsbewerber deutlich zu machen.

Nun ich denke, so manche Problemlagen und mögliche Lösungsvorschläge konnten hier nachvollziehbar dargelegt werden.
Und ja selbst diese dargelegten Inhalte bilden wieder nur einen kleinen Teil eines größeren Ganzen.
Wenn Sie so wollen erachte ich unser Bildungssystem als überholtes Modell zur Konditionierung junger Menschen, die damit auf ihr späteres Dasein als obrigkeitshörige Arbeitssklaven vorbereitet werden. Wahrlich ein Relikt aus der Mottenkiste des 18. Jahrhunderts und fürchterliches Übel zahlreicher Missstände, die uns unnötiger Weise das gemeinsame Zusammenleben erschweren.
Doch da eine grundlegende Überholung aufgrund wirtschaftspolitischer Widerstände zunächst noch illusorische bleiben wird, habe ich 2010 wie etwa 750 andere aktive Teilnehmer/Innen auch die Onlineplattform Aufbruch Bayern
als Gelegenheit genutzt, um der Bayrische Staatsregierung meine kurzfristig realisierbaren Änderungswünsche hinsichtlich Bildung und Familie vorzustellen.

Mit diesen 17 meiner insgesamt 43 eingebrachten Vorschlägen (ging als zweifacher Preistäger aus dieser Aktion hervor) dürften sich sehr wahrscheinlich die Mehrheit aller Mitbürger identifizieren können.

Wenn auch Sie liebe Gäste, ganz oder teilweise darin übereinstimmen, dann bitte ich Sie darum, - nehmen Sie diese Gedanken mit und thematisieren sie diese bei sich bietenden Gelegenheiten, sowohl in Ihrem Familien- Bekannten- als auch Freundeskreis.
Versuchen Sie bitte, die daraus resultierenden Ergebnisse und Überzeugungen auch gegenüber sozialpolitisch verantwortlichen Menschen heranzutragen.
Denn leider haben meine bisherigen Rückmeldungen politische Vertreter/innen gezeigt, in wie weiter Ferne aller Realitäten diese Personen noch immer denken und handeln.
Gerade ihnen gilt es, die Notwenigkeiten sozialpolitischer Reformen deutlich vor Augen zu führen.
Je lauter unsere Stimmen werden, desto eher werden unsere "Volksvertreter/innen hoffentlich aus ihrer sattsamen Lethargie erwachen.
Ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn nicht mit diesen Anregungen, so doch mit gemeinsamen Überlegungen und Ideen zu einer förderlichen und harmonischen Staatsgemeinschaft beitragen können.
In dem jeder einzelne Mensch Wert ist, ihm oder ihr die größtmöglichen Chancen zu einer freiheitlichen und glücklichen Entfaltung der jeweiligen Persönlichkeiten beizutragen, weil wir alle gleichermaßen davon profitieren würden.

Lassen sie nicht locker, denn eines der gängigsten Argumente, mit denen innovative Ideen stets mit gleicher Trägheit zur Seite geschoben wurden, besteht in der Meinung "beim Bewährten" festhalten zu müssen, schließlich sei unsere Gesellschaft mit dieser Einstellung schon so viele Jahre lang mit bewährten Mustern erfolgreich gefahren.
Das ist absoluter Unsinn, wie die Realität um uns herum jeden Augenblick beweist.
Machen Sie also mit, tragen auch Sie dazu bei, dass sich unsere Gesellschaft für jeden Einzelnen von uns in lohnenswerter Weise positiv verändern kann.

Für weitere Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Sie erreichen mich direkt via Email, dessen Kontaktbutton sie auch auf meiner Webseite finden.

Klaus Klüber 2008